Tagesordnungspunkt
Errichtung eines IT-Medien- und Berufskollegs

Beschlussvorschlag
Der Rat weist die Vorlage zur Gründung eines IT- und Medienberufskolleg in seiner jetzigen Form zurück. Statt dessen beauftragt der Rat die Verwaltung, die Berufskolleg-Landschaft in Dortmund unter folgenden Rahmenbedingungen vollständig neu zu strukturieren:

  • Vor einer Beschlussfassung über etwaige Neubauten bzw. Sanierungen an den Dortmunder Berufskollegs wird dem Rat eine genaue Bedarfsanalyse über die Anzahl der künftig benötigten Berufskollegsplätze sowie ein detailliertes Raumprogramm – Standort und Gebäude unspezifisch – vorgelegt.

Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen,

  • den Berufskolleg-Standort „Sckellstraße“ unter der dann erforderlichen Umsiedlung des – KJT – aufzugeben. Das Robert-Schumann-Berufskolleg wird zusammen mit einem IT- und Medienberufskolleg auf dem Gelände Phoenix-West angesiedelt. Der Standort „Sckellstraße“ wird zur Ansiedlung von Wohnungsbau vermarktet, so wie für die anschließende Fläche bereits beschlossen.
  • den Brügmannblock umzustrukturieren und räumlich auszudünnen. Die Gebäude, die den höchsten Sanierungsbedarf haben, werden entfernt. Der übrige Gebäudebestand am Brügmannblock sowie der Standort „Hacheney“ werden grundinstandgesetzt.
  • ob sämtliche Neubauten für Berufskollegs statt in herkömmlicher Massivbauweise in hochwertiger modularer Systembauweise errichtet werden können (Alternativrechnung).
  • ob die Errichtung der neuen Kollegs durch alternative Finanzierungsmodelle erfolgen kann.
  • ob der Berufskolleg-Standort „Brügmannblock“ langfristig aufgegeben und einer Nutzung zugeführt werden kann, die entweder die Handelsfunktion der City stärkt oder durch Wohnbebauung zu Belebung der Innenstadt beiträgt. Für die dann noch ansässigen Berufskollegs müssten dann neue Standorte gesucht werden.

Begründung
Bei einem zu erwartenden Investitionsvolumen zwischen 90 und 100 Millionen Euro sollte vor einer Entscheidungsfindung zunächst eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchgeführt werden. Diese fehlt in der Vorlage vollständig.

Auch sollen laut Beschlussvorlage fast 50 Millionen Euro in die Grundinstandsetzung eines überalterten und maroden Gebäudebestandes investiert werden.

Die vorgeschlagenen Standorte werden kritisch gesehen. Es war bisher Willen der Politik, den Standort „Sckellstraße“ dem Sondervermögen Grundstücks- und Vermögensverwaltungsfonds Dortmund zuzuführen und dort eine hochwertige Wohnbauentwicklung zu ermöglichen.

Der Standort „Phoenix-West“ bietet für die Ansiedlung von Berufskollegs wesentliche Vorteile. Zum einen gibt es bereits jetzt eine ÖPNV-Anbindung an das Stadtbahnnetz an der Haltestelle „Rombergpark“. Auf der anderen Seite das Gelände zu einem hochwertigen Standort für Hochtechnologien im Bereich der Mikrosystemtechnik entwickelt werden. Mit der Ansiedlung eines IT-Berufskollegs sowie der weiteren Ansiedlung des Robert-Schumann-Berufskollegs und eventuell eines weiteren Berufskollegs aus dem Bereich des Brügmannblocks könnten Synergien zwischen Schulen und Betrieben gehoben werden. Um nicht zuviel Fläche zu verbrauchen, sollten die Neubauten mehrgeschossig errichtet werden.

Bei einer Entscheidung zu Gunsten der Sanierung des Robert-Schumann-Berufskollegs an der Sckellstraße bleibt weiterhin unberücksichtigt, inwieweit mögliche Brandschutzmaßnahmen das Investitionsvolumen noch in die Höhe schrauben würden.

Eine räumliche Ausdünnung und Umstrukturierung des Brügmannblocks bietet sich an, da das neue IT-Kolleg auf neuestem technischen Standard teilweise Querschnittsaufgaben der „alten“ Berufskollegs wahrnehmen wird und zumindest ein Teil der Schülerschaft somit den Standort Brügmannblock verlassen wird. Dies hat zur Folge, dass damit auch Gebäudesubstanz nicht mehr benötigt wird. Damit wird auch der seinerzeit vom Rat gefasste Beschluss, eine systematische Infrastrukturrevision aller städtischen Gebäude und Flächen durchzuführen, konsequent weiterverfolgt.

Die in der Vorlage bereits erwähnte modulare Systembauweise für die Errichtung des IT-Berufskollegs könnte Verwendung finden für die Schulneubauten. Sie bietet vielerlei Vorteile. Zum einen ist sie weitaus weniger kostenintensiv. Zum anderen ist die Lebensdauer eines Berufskollegs in Systembauweise dennoch mit 50 Jahren anzusetzen.

Alternative Finanzierungsmodelle sollten überprüft werden, um die Stadt von den Investitionskosten zu befreien und stattdessen jährlich planbare Mietzahlungen an einen privaten Investor zu leisten.

Abschließend ist festzustellen, dass der Standort der Berufskollegs am Brügmannblock mitten im Dortmunder Zentrum für eine schulische Nutzung in Bündelung und Größe kritisch zu sehen ist. Perspektivisch sollte daher überprüft werden, ob im Zuge eines nachhaltigen Stadtumbaus die Berufskollegs an andere Standorte verlagert werden und die Fläche einer höherwertigen Bebauung, wie beispielsweise Wohnen, zugeführt werden können.


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