Jörg Hübner: „Gesamtes Projekt Phoenix-See ist gefährdet“


  Die CDU-Fraktion fordert eine schnellen
  Umzug der Firma Afflerbach innerhalb des
  Dortmunder Stadtgebietes, die sich zur Zeit
  noch auf dem Gelände der Stahlbrache
  Phoenix-Ost befindet. Jörg Hübner,
  wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion,
  machte sich zusammen mit Fraktionsmitgliedern 
vor Ort einen Eindruck vom Unternehmen.
Er glaubt, dass ein Verbleib der Firma am Südufer des geplanten Sees das gesamte Projekt „Phoenix- Ost“ gefährden würde.



Hübner stützt sich dabei auf zwei Aspekte. Zum einem blockiere die Firma selbst nach Abriss von nicht mehr benötigten Hallenteilen noch 60.000-70.000 Quadratmeter des Südufers. Bei zu erwartenden Grundstückspreisen von 250 Euro/qm würden der Phoenix-See-Gesellschaft, einer Stadtwerke-Tochter, somit Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe verloren gehen. Andererseits glaubt Hübner nicht, dass es Interessenten für die Grundstücke auf der Nordseite des Sees geben wird. „Die neuen Seebewohner wollen in Richtung Schwerter Wald schauen und nicht vor die Fassade einer riesigen Halle“, so Hübner. Geradezu grotesk mutet da der Vergleich von Planungsdezernent Ulrich Sierau mit dem Hamburger Nobel-Vorort Blankenese an, wo Bewohner auf Werften schauen würden. „Eine imposante Hafenkulisse mit einer hässlichen Halle zu vergleichen ist schon ein seltsames Ästethik-Empfinden für einen studierten Stadtplaner“, findet Hübner.



Die CDU-Politiker erfuhren, dass Afflerbach derzeit mehrere Umzugsoptionen hat, eine davon innerhalb der Stadtgrenzen. Wenn jetzt die Höhe der Umzugskosten zum „Zankapfel“ zwischen Projektgesellschaft Phoenix-See und der Firma Afflerbach ausufern würden, so gelte es, weiter zu verhandeln. Hübner weiß, dass die Bödenpresserei die Umzugskosten „Spitz auf Knopf“ abrechnen und sogar auf die Produktionsausfälle während des Umzugs verzichten will.



„Beide Parteien liegen nicht weit voneinander entfernt. Man kann der Firma aber nicht zumuten, innerhalb von zehn Jahren zum zweiten Mal auf eigene Kosten umzuziehen. Ich sehe die Stadt Dortmund in der Pflicht, gerade weil die Wirtschaftsförderung diesen Platz als langfristigen Standort für Afflerbach empfohlen hat.“ 


Der bisherige Umgang mit dem Unternehmen sei ein weiteres Indiz dafür, dass die Dortmunder Wirtschaftsförderung stark verbesserungswürdig sei, findet Hübner. Bestandspflege sei genauso wichtig wie die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen. „Hier stehen 40 Blaumann-Arbeitsplätze auf dem Spiel. Wir haben den Eindruck, dass das Problem ausgesessen werden soll. Die Politik der kleinen Nadelstiche gegen das Unternehmen ist nicht hinnehmbar. Zufahrtsstraßen werden gesperrt, Wasser und Strom abgestellt. Das ist nicht zu tolerieren.“



In Wambel gibt es für die Firma Afflerbach eine Halle, die aber – so Afflerbach – erst mit entsprechendem Aufwand, der in den von Afflerbach bezifferten Umzugskosten nicht enthalten ist, einzugsfertig aufbereitet werden müßte. Sie ist hoch genug und über die B236 hervorragend an das überörtliche Straßennetz angeschlossen. Die CDU-Fraktion kündigt an, in der nächsten Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses das Thema erneut auf die Tagesordnung zu setzen.


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