Dr. Jürgen Eigenbrod: „Wo sind die 700.000 Euro?“


  Die CDU-Fraktion hegt weiter Zweifel,
  dass es sich in der sogenannten Bargeld-
  Affäre um die Einzeltat einer kokain-
  abhängigen Mitarbeiterin handelt. Dr. Jürgen
  Eigenbrod, der für die CDU Akteneinsicht
  nahm, hat nach dem bisherigen Prozess-
  verlauf mehr Fragen als Antworten.



Nach wie vor würde die Beschuldigte an ihrer Aussage festhalten, lediglich 400.000 Euro unterschlagen zu haben. Da das Rechnungsprüfungsamt jedoch festgestellt habe, dass insgesamt über 1,1 Mio. Euro verschwunden sind, stellt sich für Eigenbrod die Frage, wo die übrigen 700.000 Euro geblieben sind. „Es ist völlig inakzeptabel, den Verbleib der Steuergelder unaufgeklärt zu lassen. Staatsanwaltschaft und Rechnungsprüfungsamt müssen hier dringend nacharbeiten“, so der CDU-Ratsherr.


Das Geständnis der Beschuldigten habe Ungeheuerlichkeiten zu Tage gebracht, die nun endlich auch personelle Konsequenzen nach sich ziehen müssten. „Zusammengefaltete Geldscheine mit Kokain als Inhalt, Notarztwageneinsätze vorm Rathaus nach Zusammenbrüchen der Beschuldigten im Büro, all das hat keinen interessiert? Dann wird es aber Zeit, dass die Vorgesetzten schnellstens ausgewechselt werden“, fordert Eigenbrod.


Als geradezu absurd empfindet die CDU-Fraktion, dass die unmittelbare Vorgesetzte der Beschuldigten seit 18 Monaten in verantwortlicher kaufmännischer Position bei einem städtischen Eigenbetrieb tätig ist. „Da wurde der sprichwörtliche Bock zum Gärtner gemacht“, wundert sich Eigenbrod angesichts der Tatsache, dass die ständig angestiegenen Barauszahlungen weder aufgefallen noch hinterfragt worden sind.


Auch die vermeintliche Selbstkritik der Leiterin des Rechnungsprüfungsamtes seien lediglich Rückzugsgefechte, um davon abzulenken, dass die städtischen Revisoren schlichtweg ihren Job nicht gemacht haben. „Das Amt des Oberbürgermeisters ist ein Amt wie jedes andere auch. Darauf zu vertrauen, dass die interne Kontrolle funktioniert und ganz genau auf die Finanzen geguckt wird, ist blauäugig gewesen. Wie sagt doch der Volksmund: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, so Eigenbrod.


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