Rosemarie Liedschulte: “Dumpinglohn für die Betreuung von Kindern“

 Eine mit 30 Unterrichtstunden und
 einem Kurs „Erste Hilfe am Kind“
 grundqualifizierte Tagesmutter erhält in
 Dortmund pro Kind 2 Euro pro
 Betreuungsstunde von FABIDO. Hat sie einen
 130-stündigen Vertiefungskurs
 abgeschlossen oder ist sie ausgebildete
pädagogische Fachkraft, erhält sie 3 Euro
Stundenlohn. Künftig muss dieser Stundenlohn
versteuert werden. Die CDU rät dringend dazu, den
Stundenlohn für die Tagesmütter zu erhöhen, da
ansonsten das ganze Betreuungssystem zusammen
brechen könnte.



Rosemarie Liedschulte, jugendpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, prangert an, dass Fakten seit langem feststünden, aber nicht gehandelt werde:
„Mit max. 3 Euro Stundenlohn müssen Tagesmütter Spielzeug und Verpflegung des Kindes selbst tragen. Unsere Gesellschaft sollte dankbar sein, dass Menschen heutzutage für einen solch geringen Lohn eine solch große Verantwortung, wie die Betreuung von Kindern, auf sich nehmen. Immer mehr Eltern sind von Tagesmüttern abhängig, da sie zur eigenen Lebenssicherung arbeiten gehen müssen. Eine flexible Betreuung ihrer Kinder ist daher eine Voraussetzung, die Kindertageseinrichtungen in dieser Form nicht bieten. Doch in Dortmund werden gerade diese Menschen mit einem Dumpinglohn abgespeist, der künftig auch noch versteuert werden muss.“


Liedschulte sieht gerade in einer qualitativ hochwertigen Erziehung und Betreuung von Kindern den bedeutsamsten Grundstein unserer Gesellschaft.


Liedschulte weiter:
„Wir müssen uns nicht darüber unterhalten, dass wir in unserem Land eine große Schieflage auf dem Sektor der Gehälter haben. Während Profifußballer und Manager Millionenbeträge scheffeln, erhalten Krankenschwestern und Erzieher gerade soviel Geld, dass sie nicht Hartz IV beantragen müssen. Dennoch sind 3 Euro Stundenlohn so wenig, dass auf Dauer sich keiner mehr finden wird, der bereit ist, dafür Kinder zu betreuen. Die Fakten sind bekannt, gehandelt werden muss jetzt umgehend. Der Beruf der Tagesmutter muss so attraktiv gestaltet werden, dass sich möglichst viele dazu angesprochen und berufen fühlen. Wir müssen uns eins vor Augen halten: fallen die Betreuungsmöglichkeiten durch die Tagesmütter weg, wird über kurz oder lang die Kommune gefordert sein, entsprechende Möglichkeiten in den Tagesstätten zu schaffen. Und das wird auf jeden Fall teurer als 3 Euro die Stunde. Aber hier zeigt sich gerne wieder, wo die Prioritäten einer Stadt liegen.“


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