Auf Dortmunds Straßen sind viele Verkehrs-
 zeichen nicht mehr gültig. An welchen
 Standorten über das gesamte Stadtgebiet
 verteilt noch alte Schilder stehen, dürfte
 nach Einschätzung der CDU-Fraktion oftmals
 nicht mehr zu ermitteln sein. Michael Strucker,
 stellv. Sprecher der CDU im Ausschuss für
 Bürgerdienste und öffentliche Ordnung: „Die Verwaltung dürfte im Schilderwald mit Sicherheit den Überblick verloren haben.“

Zum Hintergrund: Mit der am 1. Juli 1992 in Kraft getretenen Änderung der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) wurden 88 Verkehrszeichen, Varianten von ihnen und diverse Zusatzzeichen in ihrer Gestaltung verändert. Alle Änderungen betrafen eine zeitgemäße bzw. besser erkennbare grafische Darstellung. Gemäß einer Übergangsvorschrift behielten die alten Schilder ihre Gültigkeit und sollten erst nach und nach ausgetauscht werden. Doch zum 1. September 2009 strich der Bund die Übergangsvorschrift. Das Unheil nahm seinen Lauf.


Denn in Dortmund ist der Austausch nach über 17 Jahren noch lange nicht abgeschlossen. Viele Uraltschilder stehen noch, die nun ungültig sind. Verstöße können nicht mehr geahndet werden, wenn sie Ge- oder Verbote enthalten. Kaum erkennbar sind für viele Bürgerinnen und Bürger jedoch die Unterschiede: Beim Gehwegschild ist der Rock der abgebildeten Frau mit der Mode gegangen, beim Radwegsymbol fehlen seit der Änderung am Fahrrad Pedale und Scheinwerfer.


Jetzt wird zurückgerudert:  Die „Gemeinsame Konferenz der Verkehrs- und Straßenbauabteilungsleiter der Länder“ hatte vor kurzem die Bundesregierung gebeten, die Übergangsregelung wieder in Kraft zu setzen. „Weil niemand weiß, wo alte Schilder stehen, sollen sie wieder für gültig erklärt werden. Das ist der Offenbarungseid im Kampf gegen den Schilderwald. Die ganze Geschichte entwickelt sich zu einer Posse ersten Ranges“, meint Strucker.


Nach seiner Meinung sind manche Schilder sowieso überflüssig. „Bevor sich die Stadt daran macht, sie auszutauschen, sollte sie lieber prüfen, ob sie nicht entbehrlich sind. Es wird jedoch passieren, dass ungültige Verkehrszeichen erst einmal gegen neue ausgetauscht werden, um anschließend festzustellen, dass sie überflüssig sind. Der Schildertrupp kommt dann ein zweites Mal und baut auch die neuen Schilder ab“, so Struckers Plädoyer für eine konsequente Durchforstung des Schilderwaldes, die die CDU-Fraktion bereits im Jahr 2002 gegen den Widerstand von SPD und Grünen gefordert hatte.


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