Antrag zur 09. Sitzung der Bezirksvertretung
Innenstadt-West am 07. Juli 2010

TOP:     Plätze und Straßenbenennung am Dortmunder U hier: Emil-Schumacher- Straße

Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister,

die Fraktionen von Bündnis90/Die Grünen und CDU bitten darum, o. g. Tagesordnungspunkt in die Tagesordnung der Bezirksvertretung Innenstadt-West aufzunehmen und zur Beratung und Beschlussfassung zu stellen.

Beschlussvorlage
Die Bezirksvertretung Innenstadt-West benennt die 1173. projektierte Straße in Emil-Schumacher-Straße. (siehe Lageplan)

Begründung
Emil Schumacher (* 29. August 1912 in Hagen, Westfalen; gest.  4. Oktober 1999 in Sant Josep de sa Talaia, Ibiza) war ein deutscher Maler, Mitbegründer der abstrakten Kunst in Deutschland und Vertreter des Informel.
Schumacher studierte von 1932 bis 1935 an der Kunstgewerbeschule in Dortmund. Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten wurde er wegen des Vorwurfs des „Kulturbolschewismus“ kein Mitglied in der Reichskammer der bildenden Künste. Über seine ersten Künstlerjahre um 1937, zur Zeit der Ausstellung Entartete Kunst, sagte er 1987 im Interview:
Schon diese ekelhafte braune Farbe, es war zum Kotzen damals… Das ist das Ende, dachte ich. Es wurde immer hoffnungsloser, man vereinsamte immer mehr. Man lebte wie unter einer Glocke. Der Elan schwand, nirgendwo Möglichkeiten. … Wie ein verlorenes Schaf habe ich hier mitten unter braunen Menschen gelebt… Es war eine verlorene Zeit.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er mit kubistischen Landschaften. In den 1950er Jahren entwickelte er Werke, die nur aus der Farbe lebten, ohne jegliches konstruktives Gerüst. Dominierendes Thema seiner Arbeiten sind die Eigenwertigkeit der Farbmaterie und deren psychische Wirkung.


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