Antrag zur Sitzung der
BV Brackel am 03.02.2011

Zukünftige Entwicklung der Grundschulen im Stadtbezirk Dortmund-Brackel

Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Brackel bittet um Aufnahme des obigen Tagesordnungspunktes für die Sitzung der BV-Brackel am 03.02.2011 sowie um Beschlussfassung:

Vor dem Hintergrund der Untersuchungen des Fachbereichs Schule zur demografischen Entwicklung und schulischen Infrastruktur der Grundschulen im Stadtbezirk Brackel beschließt die Bezirksvertretung Brackel:

  1. Die Standorte der Grundschulen Comenius in Wambel, Fichte in Neuasseln und Hellweg in Asseln bleiben langfristig erhalten und sind zukunftsfähig zu entwickeln.
  2. In Brackel sind zunächst die Standorte der 3 Grundschulen zu erhalten. Die Auswirkungen der baulichen Entwicklung des Wohngebietes Hohenbuschei sind zu prüfen. Darüber hinaus gilt es insbesondere sanierten Schulraum langfristig für eine schulische Nutzung zu erhalten. Kooperationsangebote mit anderen Schulen (z.B. Geschwister-Scholl-Gesamtschule) und ggf. auch Synergieeffekte zur langfristigen Auslastung und Nutzung der räumlichen und personellen Kapazitäten der 3 Grundschulen sind zu prüfen. Der Bezirksvertretung ist hierüber zu berichten.
  3. In Wickede gilt es den Standort Dollersweg zu stärken und zukunftsfähig zu entwickeln. Dieser ist Standort von Bach- und Josef-Grundschule, sowie der Hauptschule Wickede. Es ergeben sich Synergie- und Austauschpotenziale (z.B. bei der Nutzung von Raumkapazitäten) zwischen allen 3 Schulen am Schulzentrum Dollersweg, die zu heben und zu nutzen sind.
  4. Die Bezirksvertretung Brackel erhält vom Fachbereich Schule jährlich zu Beginn des jeweiligen Schuljahrs eine Aufstellung der aktuellen Schulstatistik und Schulplätzebilanz aller Schulen im Stadtbezirk Brackel.

Darüber hinaus beschließt die Bezirksvertretung Brackel die Verwaltung mit der Beantwortung nachfolgender Fragen zu beauftragen:

  1. a) Welche Auswirkungen hat der Prozess der Inklusion auf die normalen Schulen im Stadtbezirk Brackel?
  2. a) Welche Auswirkungen hat der Prozess der Inklusion auf die Fröbelschule (Förderschule) in Wambel hinsichtlich ihrer Struktur und langfristigen Entwicklung?
  3. a) Welche Auswirkungen hätte ein verbindlicher Ganztag an den Grundschulen auf die Raumanforderungen?
  4. a) Welche Auswirkungen würden sich durch die Wiedereinführung der Schulbezirksgrenzen auf die Grundschullandschaft im Stadtbezirk ergeben?

Begründung:
Die Untersuchung des Fachbereichs Schule über die demografische Entwicklung und schulische Infrastruktur der Grundschulen im Stadtbezirk Brackel zeigt, dass es im Schuljahr 2009/2010 500 freie Plätze an Grundschulen im Stadtbezirk gibt. Diese Zahl soll sich bis 2015/2016 auf 648 Plätze erhöhen. Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, dass die Bezirksvertretung Brackel als der politische Meinungsmacher vor Ort ihre Meinung zur zukünftigen Entwicklung der Grundschullandschaft im Stadtbezirk Brackel ggü. der Stadtverwaltung und dem Rat der Stadt deutlich artikuliert.
Die nachfolgenden einzelnen Punkte des Antrags begründen sich ferner wie folgt:

Zu 1. Die Grundschulen in Wambel, Neuasseln und Asseln haben in ihrer Insellage die Funktion einer Grundschule für den jeweils in sich abgeschlossenen Ortsteil. Ihre momentanen Auslastungsgrade verdeutlichen, dass sie auch langfristig als Teil der Grundschulversorgung in den Vororten Wambel, Neuasseln und Asseln notwendig sind.

Zu 2. Die Standorte der 3 Grundschulen in Brackel sind zunächst zu erhalten und zu sichern. Die genauen Auswirkungen des Wohngebietes Hohenbuschei auf die Brackeler Grundschullandschaft sowie die weitere Entwicklung vor dem Hintergrund der sog. offenen Ganztagsschule sind abzuwarten. Bereits sanierter Schulraum ist darüber hinaus für eine langfristige schulische Nutzung zu sichern. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt werden Räume in der Augustinus Grundschule für die offene Ganztagsschule von beiden Schulen gemeinsam genutzt. Vor dem Hintergrund immer wieder geschilderter Kapazitätsprobleme der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Brackel und einer gesteigerten Nachfrage im Bereich der gymnasialen Oberstufe ist intensiv zu prüfen, ob diese nicht auch zur Zeit und zukünftig nicht mehr benötigte Raumkapazitäten der 3 Grundschulen für ihre Zwecke nutzen kann (z.B. als Ersatz für das nicht mehr verkehrssichere Pavillongebäude der Geschwister-Scholl-Gesamtschule lt. DS 15906-09)

Zu 3. Mit der Bach- und Josef-Grundschule, sowie der Hauptschule am Dollersweg existiert am Dollersweg in Wickede ein leistungsfähiges Schulzentrum. Dadurch, dass 3 Schulen an einem Standort existieren, bieten sich große Flexibilisierungspotenziale, um diese 3 Schulen auch in Zukunft langfristig sinnvoll nutzen zu können. So bieten sich bspw. Kooperationen hinsichtlich der Raumnutzungen an. Es gilt daher den Standort Dollersweg langfristig zu sichern.

Zu 4. Der permanente Informationsbedarf der Bezirksvertretung Brackel ergibt sich, um die Veränderungen der Schullandschaft im Stadtbezirk Brackel insb. hinsichtlich der freien Plätze zeitnah beurteilen zu können und daraus ggf. entsprechende politische Handlungsschritte kurzfristig artikulieren zu können. Eine Vorlage zum jeweiligen Schuljahresbeginn sorgt für eine große Zeitnähe. Eine Darstellung wie in der Präsentation vom 02.09.2010 ist ausreichend.

Zu 1 a). Durch den Prozess der Inklusion sollen auch Kinder mit Lernbehinderungen gem. der UNESCO Erklärung von Salamanca und der daraus folgenden UN-Kinderrechtskonvention und UN-Behindertenrechtskonvention normale Schulen und keine Förderschulen mehr besuchen. Vor dem Hintergrund der damit gegebenen Herausforderungen an die durch die Stadt Dortmund vorzuhaltende Infrastruktur bittet die Bezirksvertretung Brackel um Skizzierung der damit verbundenen Auswirkungen auf die Schullandschaft im Stadtbezirk Brackel.

Zu 2 a) . Die Fröbelschule ist die einzige Förderschule im Stadtbezirk Brackel. Vor dem Hintergrund der Ausführungen zu 5. ergibt sich der Informationsbedarf über die Zukunft der Fröbelschule.

Zu 3 a). Ein verbindlicher Ganztag an Grundschulen könnte die vorzuhaltenden Raumbedarfe an den Grundschulen trotz sinkender Schülerzahlen erhöhen oder konstant halten. Daher sollen etwaige Auswirkungen eines verbindlichen Ganztags auf die Grundschullandschaft im Stadtbezirk Brackel dargestellt werden.

Zu 4 a). Nach der Beschlusslage des Landtags können die Gemeinden in NRW die Schulbezirksgrenzen für Grundschulen wieder einführen. Die sich hieraus ergebenen Auswirkungen der Zuordnung der Schüler zu den einzelnen Grundschulen im Stadtbezirk Brackel sind darzustellen. Eventuell ergeben sich durch die Wiedereinführung der Schulbezirksgrenzen eine andere Verteilung der Schüler auf die Grundschulen.


Verantwortlich: