Reinhard Frank: „Qualität statt Eile“


 Die CDU-Fraktion nimmt die
 erneute Kostenexplosion am 
 U-Turm zum Anlass, endlich mehr
 Sorgfalt bei der Kostenkalkulation
 städtischer Bauprojekte einzufordern.
 Reinhard Frank, Sprecher der
 Christdemokraten im
 Rechnungsprüfungsausschuss, drückt es
prägnant aus: „Wir brauchen mehr Qualität
statt Eile.“



Der Anstieg von 54,8 Mio. Euro auf nunmehr 83,3 Mio. Euro (und damit um 52%) sei nämlich nicht das erste Beispiel für eine exorbitante Kostensteigerung. „Und das schlimme ist: das ganze wird noch teurer“. Weitere investive Maßnahmen wie die Gastronomie „Auerbachs Keller“, das Heizkraftwerk oder das Kino im U-Turm und auch die Kosten der Eröffnung der Ausstellung im U-Turm kämen noch dazu.


Kritisch hinterfragt werden müsse daher die Rolle des Dortmunder Baucontroller. Wie beim U-Turm sei das Unternehmen auch beim Dortmunder Konzerthaus für die Projektsteuerung zuständig gewesen, und auch beim Konzerthaus seien die Kosten dramatisch in die Höhe geschnellt (von 60 Mio. DM auf 48 Mio. Euro, also 60% teurer).


Unabhängig von der jüngsten Hiobsbotschaft am U hatte die CDU-Fraktion in der letzten Sitzung des Rechnungsprüfungsausschusses bereits folgenden Antrag durchgesetzt:


„Als Konsequenz aus dem Prüfbericht wird die Verwaltung aufgefordert, bei zukünftigen Neubauten, Altbausanierungen, Renovierungen und Umbauten die Planungsphase korrekt und hinreichend vor Beginn der Ausschreibung abzuschließen. Dies gilt insbesondere für Bestandsanalysen und Bodengutachten.
Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, wird eine ordnungsgemäße Ausschreibung vorbereitet, so dass Mehrkosten im Vorfeld erheblich eingeschränkt werden. Sollte es trotzdem zu Mehrkosten kommen, sind diese frühzeitig durch die Verantwortlichen zu begründen.“


Hintergrund des CDU-Vorstoßes im Februar 2011 war ein Bericht der Rechnungsprüfer, der Kostensprünge von bis zu 162% bei kleineren Gewerken an einer Dortmunder Schule zum Vorschein brachte.
Reinhard Frank sieht sich jetzt bestätigt, dass die Maxime „Qualität vor Eile“ nicht nur bei kleineren und mittleren, sondern insbesondere auch bei großen Prestigebauwerken eingehalten werden muss.


Die Anzahl der Probebohrungen zur Beurteilung der vorhandenen Betonqualität am U-Turm sei ein haarsträubendes Beispiel für mangelnde Bestandsanalysen gewesen. Während am U lediglich 15 Bohrungen „gezogen“ wurden, seien es bei der Sanierung des Karl-Schiller-Berufskolleg insgesamt 56 gewesen. Lehren hieraus sollten jetzt insbesondere bei den großen Sanierungsvorhaben Anne-Frank-Gesamtschule und einer eventuellen Sanierung des Fritz-Henßler-Berufskolleg gezogen. Wobei Frank betont: „Die CDU-Fraktion fordert nach wie vor, das Henßler-Kolleg abzureißen und neu zu errichten. Die Sanierung des U-Turms ist unser Kronzeuge“.


Misstrauisch ist die CDU auch hinsichtlich der Äußerungen von Stadtkämmerer Jörg Stüdemann, wonach die zusätzlichen Kosten für den U-Turm allein aus „Flächenveränderungen“, sprich Aufgabe angemieteter Büroimmobilien, gegenfinanziert werden können. „Die Büroflächenreduzierung ist zwar eine Idee der CDU und auch Beschlusslage des Rates, wie Stüdemann aber kurzfristig 14.000 bis 15.000 qm entmieten will, soll er uns doch mal darstellen“, sagt Frank.


Weitere Beispiele für jüngste Kostensteigerungen um mehr als die Hälfte muss CDU-Mann Frank auch in der nächsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses zur Kenntnis nehmen. Die Lärmschutzwand für TEDI am Brackeler Hellweg kostet nunmehr 1.225.000 Euro statt 780.000 Euro (plus 57%), die Sanierung Fahrbahndecke auf der Sölder Straße 500.000 Euro statt 320.000 Euro (plus 56%). „Hier ist jedoch mit dem neuen Baudezernenten Martin Lürwer Besserung in Sicht“, so Frank.


Abschließend erwartet die CDU-Fraktion vom Oberbürgermeister Ulrich Sierau, dass Rat und Ausschüsse bei zukünftigen Kostensteigerungen kontinuierlich und ehrlich informiert werden. „Dass etwas mal teurer wird, das kann passieren. Aber die Zeiten des Langemeyerschen Autismus müssen ein für alle mal vorbei sein“, fordert Frank.


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