Lünen, 20.05.2011, Diethelm Textoris

Schon vor gut eineinhalb Jahren existierte eine Bauvoranfrage für das Bordell und es wurde auf dem Gelände mit dem bevor stehenden Bau geworben. Dieses Schild musste aber nach kurzer Zeit wieder entfernt werden, weil es nicht genehmigt war.
Brambauer/Mengede. Der geplante Bau eines Großbordells an der Elsa-Brändström-Straße bekommt jetzt auch kräftigen Gegenwind aus den benachbarten Dortmunder Ortsteilen Schwieringhausen und Mengede. Joachim Farnung, CDU-Fraktionschef in der dortigen Bezirksvertretung. lässt keinen Zweifel an seiner ablehnenden Haltung zum geplanten Projekt.
„Die Genehmigung oder Ablehnung des Projekts ist selbstverständlich eine souveräne Entscheidung der Verwaltung der Stadt Lünen, und wir wollen uns auch nicht in deren interne Angelegenheiten mischen. Wir wollen aber die Entscheidungsträger unterstützen, damit sie alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen können, um den Bau zu verhindern“, betont er.

Aus diesem Grunde legt seine Fraktion in der Bezirkvertretung am kommenden Dienstag einen Antrag vor, der die Stadtverwaltung Dortmund auffordert, umgehend mit der Stadt Lünen Kontakt aufzunehmen mit dem Ziel, dass der Bauantrag zurückgewiesen wird. Farnung hofft auf eine breite Unterstützung aus den anderen Parteien, denn es handele sich seiner Meinung nach um ein parteiübergreifendes Problem. In diesem Zusammenhang konkretisierte er in einem Gespräch mit unserer Zeitung die Bedenken seiner Partei: „In Brambauer und Mengede gibt es schon genug soziale Brennpunkte, die nach Lösungen suchen. Weitere sollten wir uns nicht auch noch aufladen“, meint er und ergänzt „selbst wenn ich dem Investor redliche kaufmännische Absichten unterstelle und dass er plant, nur bei Sozialversicherung und Finanzamt gemeldete Damen zu beschäftigen, so muss er sich doch darüber im Klaren sein, dass er in einem immer noch äußerst zwielichtigen Gewerbe tätig ist.“

Farnung befürchtet, dass die Art des Betriebes und der gewählte Standort eine Magnetwirkung für kriminelle Elemente haben wird.
Bei einer Ortsbegehung räumt er ein, dass der Standort aus Investorensicht ideal für das geplante Gewerbe sei, dass die anliegende Elsa-Brändström-Straße sich aber auch hervorragend für einen Straßenstrich eigne. Die aus Dortmund vertriebenen Zuhälter stünden in den Startlöchern und suchten dringend einen neuen Platz für das Dienstleistungsangebot ihrer Damen. „Will der Investor als ehrbarer Bordellbetreiber etwa einen privaten Sicherheitsdienst beschäftigen, der kriminelle Elemente vertreibt?“ fragt Farnung.
Er befürchtet außerdem, dass durch Kundenfahrzeuge und die der Neugierigen auch der Straßenverkehr zunehmen wird: „Das gilt vor allem für die jetzt schon überlastete Mengeder Straße und Königsheide in Brambauer und für die heute noch ruhige Elsa-Brändström- und Alfred-Lange-Straße. Und der Ortsteil Schwieringhausen läuft Gefahr, seinen dörflichen Charakter zu verlieren.“

Der CDU-Fraktionsvorsitzende ist sich darüber im Klaren, dass die Mittel der Politik zur Verhinderung des Bordells sehr beschränkt sind. Schon deshalb will er schon bald mit seinen Parteifreunden in Lünen und auch darüber hinaus mit anderen Politikern informelle Kontakte aufnehmen, um deren Position zu stärken. „Notfalls sind wir bereit, auch eine Bürgerinitiative gegen den Strich ins Leben zu rufen. Am liebsten wäre es uns aber, wenn der Investor freiwillig seinen Antrag zurückzöge und sich auf sein bisheriges Betätigungsfeld beschränken würde.“


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