D R I N G L I C H K E I T S A N T R A G
zur Sitzung der Bezirksvertretung
Scharnhorst am 09. Juli 2013

Schallschutzmauer und Kunstrasenplatz am Standort Husener Eichwaldstrasse in einem Zug erstellen

Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister Schmidt,

die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Scharnhorst bittet darum, den folgenden Antrag im Wege der Dringlichkeit auf die Tagesordnung der Sitzung der Bezirksvertretung Scharnhorst am 09. Juli 2013 aufzunehmen, beraten und zur Abstimmung stellen zu lassen.

Die Dringlichkeit ergibt sich aus dem Ergebnis der gestrigen Einwohnerversammlung (08.07.2013) und der Abfolge der weiteren Beratung des Themas im Rat der Stadt Dortmund am 18. Juli 2013. Da die Bezirksvertretung Scharnhorst bis dahin keine weitere Sitzung terminiert hat, wäre ansonsten eine Stellungnahme für die BV bis zur Ratsentscheidung nicht mehr möglich.

Antrag:
Die Bezirksvertretung Scharnhorst empfiehlt dem Rat der Stadt Dortmund in der Angelegenheit „Sportplatz Husener Eichwaldstrasse“ wie folgt zu beschließen:

Der Rat der Stadt Dortmund beschließt, zur Lösung des seit Jahrzehnten schwelenden Sportlärmkonfliktes am Sportplatz Husener Eichwaldstrasse die Errichtung einer Schallschutzwand am westlichen Rand des Sportplatzgeländes.
Zeitgleich mit der Errichtung der Lärmschutzwand wird der bestehende Sportplatz, um dem dort ansässigen SC Husen-Kurl nach mehr als fünf Jahren Wartezeit endlich eine Perspektive für den Bestand und die Entwicklung des Vereins zu geben, in einen Kunstrasenplatz umgebaut.

Begründung:
Der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund und Mitarbeiter der Umwelt-, Planungs- und Sportverwaltung haben am gestrigen Tag im Rahmen der Einwohnerversammlung in Dortmund-Husen über den aktuellen Sachstand in der Sache berichtet.

Seit mehr als fünf Jahren sucht der SC Husen-Kurl gemeinsam mit Politik und Verwaltung nach einem entwicklungsfähigen Neustandort. Mit der Planung eines Sportplatzes westlich der Kurler Strasse hatte man einen Standort gefunden, der sich jedoch im Laufe eines zweijährigen Planungsprozesses vor wenigen Wochen endgültig als nicht realisierbar herausgestellt hat.

Andere denkbare Ausweichstandorte im Kernbereich aber auch im Randbereich des Siedlungsraumes stehen wegen verschiedener Problemstellungen jedoch nicht zur Verfügung (fehlender städtischer Grundbesitz, Umweltkonflikte, Lärmkonflikte mit Anwohnern, Kostenaspekte).

Als einzige Lösung verbleibt die Entwicklung am bestehenden Standort an der Husener Eichwaldstrasse. Hierzu hat die Verwaltung den Bau einer Lärmschutzwand vorschlagen (Kosten rund 400 T Euro).

Der ergänzende Austausch des Aschenplatzes durch einen Kunstrasenplatz (Kosten rund 500 T Euro) ist noch nicht fest terminiert.

Der Rat der Stadt hält eine Entkoppelung der beiden Maßnahmen voneinander für kontraproduktiv und fordert stattdessen die gleichzeitige Durchführung einer umfassenden, beide Probleme lösenden Baumaßnahme.

Die kombinierte Erstellung von Lärmschutzwand und Kunstrasenplatz drängt sich aus baustellenlogistischen und damit auch finanziellen Erwägungen auf. Der zeitlich versetzte Bau zweier Projekte am gleichen Standort bedeutet gleichzeitig auch die zweimalige Baustelleneinrichtung, die zweimalige Belastung der unmittelbaren Anwohner durch Baulärm und -schmutz und die zweimalige intensive Beeinträchtigung der Kinder und Jugendlichen, die dort Schul- und Vereinssport treiben.

Die ausschließliche Erstellung einer Lärmschutzwand erledigt das Nachbarbegehren, das zur Betriebseinschränkungen geführt hat, nur in Teilen, da sich die hier vorgetragene Klage neben dem Lärm ausdrücklich auch auf die Staubbelastung durch den Aschenplatz bezieht.

Dem SC Husen-Kurl ist es auch nicht zuzumuten, mit der qualitativen Verbesserung des Standortes (Kunstrasenplatz) erneut auf einen späteren unbestimmten Zeitpunkt vertröstet zu werden.

Der Verweis darauf, dass auch an anderer Stelle der Stadt Sportvereine auf Verbesserungen der von ihnen benutzten Infrastruktur warten und eine „städtische Rangfolge“ einzuhalten sei, kann nicht gelten.

Schließlich hatte der SC Husen-Kurl die Einschränkung seines Sportbetriebes in den zurückliegenden sechs Jahren deshalb hingenommen, weil die politische Mehrheit im Rat der Stadt Dortmund die Auslagerung und die damit verbundene Erstellung eines Kunstrasenplatzes fest zugesagt und anfinanziert hatte.

Auch deshalb konnte sich der SC Husen-Kurl nicht um die Aufnahme in das städtische Kunstrasenprogramm bewerben. Diese Rücksichtnahme kann aber nun, da die bisher verfolgte und für die Stadt Dortmund finanziell wesentlich belastendere Verlagerung entfällt, nicht zum Nachteil des Vereins ausgelegt werden. Wenn sich der Verein nun gewissermaßen „als Letzter hinten neu einreihen müsste“ käme dies dem Verlust jeglicher Glaubwürdigkeit von Politik und Verwaltung gleich und wäre ein herber Schlag für die lokale ehrenamtliche Jugendarbeit, die nur eine begrenzte Zahl von konfessions- und bekenntnisfreien Angeboten vor Ort bereithält.


Verantwortlich: