Die CDU-Fraktion lehnt den neuesten Vorschlag der Verwaltung zur Ausweitung der Naturschutzgebiete ab, weil diese wenig bürgerfreundlich ist und darüber hinaus bei den Bürgern ein erhebliches Informationsdefizit über die Konsequenzen der geplanten Ausweitung besteht.

Die Verwaltung beabsichtigt derzeit, u.a. folgende Naherholungswälder in Dortmund

  • Bittermark
  • Bodelschwingher Wald
  • Wickeder Holz
  • Kruckeler Wald
  • Niederhofener Holz
  • Großholthauser Mark

als Naturschutzgebiete festzusetzen.

Uwe Waßmann, Sprecher der CDU im Planungsausschuss, nimmt dazu wie folgt Stellung:
„Durch die Festsetzung dieser für die ortsnahe Erholung der Bürger sehr wichtigen Waldgebiete als Naturschutzgebiete wird deren Nutzbarkeit für die Bevölkerung erheblich eingeschränkt. Das Bundesnaturschutzgesetz sieht zum Schutz derartiger Räume sehr umfangreiche Ver- und Gebotskataloge vor. So ist zum Beispiel das Verlassen der Wege in Naturschutzgebieten grundsätzlich verboten. Nicht nur den Pilz- und Beerensuchern, sondern auch den Kindern werden hierdurch ihre ortsnahen Naturräume verschlossen. Selbst das Fotografieren und Filmen ist bei strenger Auslegung des Bundesnaturschutzgesetzes nicht mehr gestattet, weil dadurch Tiere beunruhigt werden könnten.“

Die CDU-Fraktion wird sich daher in dem derzeit laufenden Verfahren zur Neuaufstellung des Landschaftsplans der Stadt Dortmund weiterhin dafür einsetzen, dass wichtige ortsnahe Erholungsräume für die Bevölkerung in ihrer jetzigen Nutzbarkeit erhalten bleiben.

Dabei ist die CDU-Fraktion nicht grundsätzlich gegen eine Ausweitung der Naturschutzgebiete. Naherholungsgebiete allerdings unter Schutz zu stellen, um den vom Landschaftsgesetz NRW geforderten Prozentsatz von 10% an Biotopverbundflächen zu erreichen, lehnt sie als ideologisch geprägt ab. Nicht aus Zufall soll die Gesamtfläche der Naturschutzgebiete im kommenden Landschaftsplan von 1687 ha (6% des Stadtgebietes) um 1165 ha auf dann 2852 ha (10,2% des Stadtgebietes) ausgeweitet werden, vermutet Waßmann.

Der CDU-Umweltsprecher plädiert vielmehr dafür, dass ökologisch besonders wertvolle Teilbereiche der genannten Naherholungswälder durchaus als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden können:

„Derartige Insellösungen in den Waldgebieten haben wir heute schon. Es ist auch nichts dagegen einzuwenden, diese zu vergrößern bzw. weitere anzulegen. Uns geht es darum, dass die Wälder nicht flächendeckend den Einschränkungen des Naturschutzgesetzes unterworfen werden. Hierfür gibt es nach unserem Ermessen auch gar keine Notwendigkeit.“

Uwe Waßmann weist ferner darauf hin, dass mit der nunmehr geplanten massiven Ausweitung von Naturschutzgebieten die derzeit bestehenden Flächen in ihrer Bedeutung entwertet werden. Für den Bürger sei es schwierig zu unterscheiden, ob er sich in einem ökologisch wertvollen Naturschutzgebiet aufhalte, in dem alle Bestimmungen des Naturschutzgesetzes ihre volle Geltung entfalten, oder ob er sich in einem der sogenannten „großflächigen durch den Wald geprägten Naturschutzgebiet“ befindet, in dem Ausnahmen wie etwa Hunde unangeleint laufen zu lassen durchaus gestattet werden sollen.

Uwe Waßmann:
„Diese Ausnahmeregelung ist inkonsequent und widerspricht zudem dem eigentlich Gedanken von Naturschutzgebieten. Die CDU-Fraktion wird daher ihre nunmehr über zehn Jahre alte Forderung erneuern, einheitliche Regelungen für alle Dortmunder Naturschutzgebiete zu schaffen.“

Die CDU-Fraktion im Rat wird die kommenden Wochen dazu nutzen, mit ihren Kolleginnen und Kollegen in den Stadtbezirken zu diskutieren, welche neuen vorgeschlagenen Flächen unter Naturschutz gestellt werden und welche auch weiterhin „normale“ Waldflächen bleiben sollen.

 

 


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