Stellungnahme der CDU-Fraktion in der BV In-Ost zur Verwaltungsvorlage betreffend die Bebauung ehem. Südbahnhof (B-Plan „Kronprinzenviertel“) TOP 11.3 der Sitzung der BV In-Ost vom 10.3.2015:

Die CDU in der BV In-Ost hat erhebliche Bedenken gegen die Umsetzung einer Bebauung des ehemaligen Südbahnhofgeländes wie sie sich nach der jetzt vorliegenden, überarbeiteten Planung, die in wesentlichen Punkten von der ursprünglichen Planung abweicht, darstellt. Im Einzelnen:

1.) Eine „mindestens“ 10m hohe Lärmschutzwand zur Abschottung gegenüber dem südlich angrenzenden Gewerbegebiet einschließlich Großmarkt erscheint schon aus optischen Gründen sowie insbesondere aus Gründen der Verschattung des Geländes unzumutbar. Wie soll sichergestellt werden, dass die neu zu errichtenden Wohnungen mit ausreichend Sonnenlicht versorgt werden? Wie weit reicht der Schattenwurf der „mindestens“ 10m hohen Lärmschutzwand?

2.) Die verkehrliche Anbindung des Wohngebiets, das sich bis zum östlichen Ende der Kronprinzenstraße erstreckt, erfolgt laut Planung allein vom Heiligen Weg aus. Die zu erwartenden Fahrzeugbewegungen erscheinen mit Blick auf die Anzahl der geplanten Wohnungen als so erheblich, das sich die Frage stellt, ob dies nicht zu unzumutbaren Lärmbelästigungen sowohl der Altbebauung an der Kronprinzenstraße, die ihre „ruhigen“ Räume nach hinten = Süden ausgerichtet hat, als auch der Neubebauung, die schon wegen der im Süden vorgesehenen „mindestens“ 10 m hohen Lärmschutzwand ihre Balkone etc. nach Norden ausrichten wird, führt: die Erschließungsstraße führt – jedenfalls in wesentlichen Teilen – genau zwischen der Alt- und der Neubebauung hindurch.

3.) Auf erhebliche Bedenken stößt bei der CDU die Absicht, die Unterhaltungs- und Instandhaltungspflicht bzgl. der zu errichtenden Lärmschutzwand einer aus allen etwa 250 Haus- bzw. Wohnungseigentümern zu bildenden Bruchteilsgemeinschaft zu übertragen. Das hält die CDU nicht für praktikabel. Jede Instandhaltungsmaßnahme müsste zwischen allen Eigentümern abgestimmt werden und Vermögensverfall Einzelner würde möglicherweise lange Streitigkeiten über Nachschusspflichten auslösen. Es muss aber im Interesse der Stadt Dortmund liegen, dass die Lärmschutzwand verkehrssicher ist und bleibt.

Aus einem anderen Baugebiet (Marmorweg) im Stadtbezirk ist der CDU im Übrigen bereits ein Streit über die Frage bekannt, ob eine nach demselben Modell vom Bauträger errichtete, von den Erwerbern bezahlte und von der Stadt abgenommene Lärmschutzwand, überhaupt den Lärmschutzanforderungen des B-Plans entspricht; hier soll ein von der Erwerbergemeinschaft eingeleitetes Beweissicherungsverfahren gegen Stadt und/oder Bauträger laufen (Vorwurf: Fehlerhafte Errichtung und fehlerhafte Abnahme). Eine eher „suboptimale“ Entwicklung.


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