In der kommenden Sitzung der BV Scharnhorst will die SPD-Fraktion die Verwaltung beauftragen, ein 7.000 qm großes Grundstück am Bahnhof Dortmund-Kurl zu kaufen, instand zu setzen und mit einer Beleuchtung zu versehen (TOP 11.3. der Sitzung am 19.04.2016).

Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung wird diesen Antrag ablehnen. Hierzu erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Focke:
„Wir wollen, dass der Nahverkehrs-Haltepunkt Dortmund-Kurl auch in Zukunft von der Deutschen Bahn betrieben wird. Dazu gehört sowohl die weitere Andienung mit Zügen als auch die Bereitstellung der Infrastruktur für die Reisenden! Der Kauf der Grundstücksfläche auf Kosten der Dortmunder Steuerzahler ist für uns nicht akzeptabel – daher lehnen wir ihn ab!“

Nach den zuletzt bekannt gewordenen Plänen der DB wird die neue RRX-Linie (schnelle Regionalverbindung zwischen Ruhrgebiet und Rheinschiene) auch zukünftig Dortmund-Kurl als Haltepunkt bedienen. Dringend notwendige Verbesserungsarbeiten am Haltepunkt selbst sind schon beschlossene Sache. Das Bahnhofsgebäude selbst ist in einem bundesweiten Programm zur Sanierung angemeldet – hier steht eine positive Entscheidung jedoch noch aus.

Zu einem solchen Haltepunkt gehört nach Überzeugung der Christdemokraten auch eine ausreichende Infrastruktur, die von der Station selbst über das Bahnhofsgebäude bis hin zu den Stellplatzflächen reicht. Die Deutsche Bahn und ihre Tochtergesellschaften arbeiten gerade auf diesem Feld Hand in Hand – schließlich sind dies die notwendigen Grundlagen für die Bahn, um mit dem Fahrkartenverkauf Geld zu verdienen.

Im SPD-Antrag heißt es zum Grundstück, dass der von der Bahn geforderte Kaufpreis von 140.000 € „für einen Privatinvestor inakzeptabel“ sei.
„Einem privaten Investor ist der Kaufpreis unzumutbar. Aber der Scharnhoster SPD-Fraktion scheint ein solcher Preis für die öffentliche Hand, also den Steuerzahler, zumutbar. Es ist offenbar egal was es kostet, schließlich zahlt die Zeche ja der Dortmunder Steuerzahler. Der Bahn das Grundstück abzukaufen ist nach unserer Auffassung völlig unnötig und eine Verschwendung von Steuergeldern“, so die CDU.

Ins Grübeln gebracht hat die Christdemokraten bei dem SPD-Antrag auch die Größenangabe für das Grundstück. Zwar ist im Antrag von der Park+Ride-Fläche die Rede – diese wird jedoch mit einer Größe von ca. 7.000 qm angegeben. Wer die Örtlichkeiten kennt, dem ist auf den ersten Blick klar, dass es sich dabei nicht allein um die derzeit als Parkplatz genutzte Fläche, sondern um das gesamte Bahnbetriebsgelände – einschließlich der Grünflächen und Kleingärten handeln muss. Um auf die Größe der Gesamtfläche zu kommen, ist wohl sogar das südlich des Bahndamms befindliche und seit Jahren verwaiste Betriebsgrundstück, das keinerlei Verbindung zum Bahnsteig aufweist und zur Straße „Haustenbecke“ gehört, mit einberechnet worden.


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