Antrag für die Sitzung der Bezirksvertretung am 19. 09.2017

Radschnellweg Ruhr (RS 1):
Prüfung alternativer Trassen im Stadtbezirk Innenstadt-Ost

Die Bezirksvertretung Innenstadt-Ost bittet die Verwaltung für den Fall, dass der Rat der Stadt Dortmund die weitere Planung der Trassierung des Radschnellwegs Ruhr (RS 1) auf Dortmunder Stadtgebiet beschließt (z. B. Beschluss der Vorlage Drs. 07508-17) auch die Prüfung eines möglichen Trassenverlaufs des RS 1 südlich der S-Bahnlinie 4 entlang dieser Bahnlinie zwischen „Im Defdahl“, Höhe Gewerbepark / Büropark Defdahl und „Semerteichstraße“ / „Bielefelder Straße“ als weitere Alternative. In diese Prüfung sind mindestens folgende Aspekte einzubeziehen:

  • tatsächliche Eigentumsverhältnisse der Grundstücke entlang des vorgenannten Trassenabschnitts, auch anhand des Katasters und nicht anhand der derzeitigen tatsächlichen Nutzung,
  • ggf. Grunderwerbe, z. B. der offensichtlich nicht mehr gewerblich oder zu Wohnzwecken genutzten Gebäude „Im Defdahl 7“,
  • die eventuelle Versetzung von Hochspannungsmasten für den Fahrstrom der S-Bahn und
  • ggf. erforderliche Änderungen, Erweiterungen oder Neubau von Brückenbauwerken.

Ggf. möge der Rat der Stadt Dortmund diesen Prüfauftrag ergänzend zur vorgenannten Vorlage beschließen.

Begründung:
Nach den Informationen anlässlich des „Runden Tisches“ mit Bezirksvertretern des Stadtbezirks Innenstadt-Ost und der Verwaltung vom 31.07.2017 zu den möglichen Trassenverläufen des RS 1 möchte die Verwaltung eine im vorbeschriebenen Abschnitt nördlich entlang der S-Bahnlinie 4 verlaufende Trasse als Alternative zum Verlauf über den sogenannten Bananenradweg und über die Straße „Lange Reihe“ prüfen (lassen). Eine südlich entlang der S-Bahnlinie 4 im vorbeschriebenen Abschnitt verlaufende Trasse des RS 1 hätte gegenüber einer nördlichen Trasse deutliche Vorteile, die insbesondere den Konzeptionsgrundlagen des RS (z. B. möglichst niveaugleicher Verlauf, möglichst wenige Kreuzungspunkte mit Straßen) deutlich besser entsprechen.

Es würde einerseits ein Seitenwechsel des RS 1 von der südlichen auf die nördliche Seite der S-Bahnlinie 4 auf Höhe des Gewerbeparks „Im Defdahl“ entfallen. Dieser Wechsel wäre nur niveaufrei und zudem die dort vielbefahrene Straße „Im Defdahl“ kreuzend realisierbar. Die Weiterführung der RS 1-Trasse auf der südlichen Seite der S-Bahnlinie wäre hingegen niveaugleich und hindernisfrei über ein Brückenbauwerk realisierbar.

Andererseits wäre bei einem nördlichen Trassenverlauf wegen der Grundstücksverfügbarkeit an der S-Bahnhaltestelle „Körne-West“ wiederum zwingend ein Seitenwechsel der RS 1-Trasse auf die südliche Seite der S-Bahnlinie erforderlich. Hierzu ist die Errichtung einer in ihrer Konstruktionsweise geradezu abenteuerlichen Brückenunterführung mit Aufständerung erforderlich. Es wäre also auch hier keine Niveaugleichheit des RS 1 gegeben. Des Weiteren wären auch zur Realisierung der nördlich verlaufenden RS 1-Trasse ggf. im Bereich westlich der „Semerteichstraße“ Grunderwerbe erforderlich. Bei der hier vorgeschlagenen Prüfalternative einer im vorgenannten Abschnitt durchgehend südlich verlaufenden Trasse des RS 1 wäre eine niveaugleiche Kreuzung der Semerteichstraße möglich.

Die vorbeschrieben südlich der S-Bahnlinie verlaufende RS 1-Trasse hätte gegenüber der Führung über den sogenannten Bananenradweg und der Straße „Lange Reihe“ Vorteile:

  • Niveaufreiheit,
  • kürzere Strecke,
  • Vermeidung des Verkehrskonfliktpunktes Bananenradweg – Brücke „Lange Reihe“ – Kreuzung „Im Dreieck“,
  • Vermeidung des Ausweises der Straße „Lange Reihe“ als für den RS 1 vorfahrtsberechtigten Fahrradstraße mit deren entsprechenden Ausbau,
  • Vermeidung der dann niveaugleichen Kreuzung „Lange Reihe“ / „Semerteichstraße“ im Falle der späteren Ausbaus der Semerteichstraße über den „Körner Hellweg“ usw. hinaus zur dann vielbefahrenen Entlastungsstraße für die östliche Innenstadt,
  • Erhalt eines Teils des sogenannten Bananenradwegs als „regionalen“ Rad-, Spaziergänger- und Erholungsweg in seinem jetzigen Zustand.

Verantwortlich: