CDU-Fraktion arbeitet weiterhin am geordneten Personalauswahlverfahren für die Klinikum Dortmund gGmbh


 



Zur aktuell aufgeflammten öffentlichen Diskussion über die Besetzung der Position des kaufmännischen Geschäftsführers der Klinikum Dortmund gGmbH meldet sich die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Dortmund zu Wort. In einer gemeinsamen Pressekonferenz erklären der Fraktionsvorsitzende Hans Georg Hovermann und die Sprecherin der CDU im Aufsichtsrat der Klinikum Dortmund, Ratsmitglied Christiane Krause, übereinstimmend, dass die CDU auch weiterhin ihre Verantwortung für die Durchführung eines geordneten Personalauswahlverfahrens wahrnehmen werde.

Keinesfalls werde man sich in der Sache zu kurzfristigen Entscheidungen drängen lassen. Solche „Schnellschüsse“ hätten – rückblickend betrachtet – nur für Unruhe oder sogar neue Probleme gesorgt.



Zu Beginn der Pressekonferenz erinnert CDU-Fraktionschef Hans Georg Hovermann daran, dass die SPD-Mehrheit im Rat und an der Verwaltungsspitze bis vor zwei Jahren die damaligen Städtischen Kliniken als Stiefkind betrachtet und die Entwicklungen auf dem Medizinmarkt sowie innerhalb des Hauses selbst ignoriert hat. Nur so konnte sich über Jahre hinweg ein Instandhaltungs- und Investitionsstau entwickeln und die gesamte Führungsetage der Kliniken zeitgleich in Rente gehen. Dass die Klinikführung durch die Beigeordnete Greive quasi nebenbei zwischen Straßenverkehrsamt, Rechtsamt und Amt für öffentliche Ordnung geführt worden ist, zeigt, dass die Kliniken bei der SPD als „Selbstläufer“ empfunden wurden und kein besonderes Profilierungs- oder Medizinmarktinteresse erkannt wurde.



Erst als die oben genannten Probleme offenbar wurden, hat man neue Zuständigkeiten und persönliche Verantwortlichkeiten gefunden. Ergebnis dieses Prozesses war der Vorschlag des Kämmerers, für die Kliniken eine neue gesellschaftsrechtliche Organisationsform zu finden. Die CDU-Fraktion hat diesen Prozess mit getragen und sich dafür eingesetzt, dass sich insbesondere das Personal der Klinken auch in der Führungsetage des Klinikums wiederfindet.


„Schließlich,“ so erklärt Hans Georg Hovermann, „hängt der Erfolg der Kliniken, gerade bei der Abkehr von der Belegungstagabrechnung und Einführung von Fallpauschalen, vor allen von der ärztlichen Heilkunst und der Betreuung der Patienten durch das Pflegerpersonal ab. Und überdies war es eine CDU-geführte Bundesregierung, die die betriebliche Mitbestimmung als Qualitätsmerkmal für die deutsche Wirtschaft erkannt und gesetzlich verankert hat.“



Für die aufgekommene Unruhe während des Suchverfahrens für den kaufmännischen Geschäftsführer zeigt CDU-Ratsmitglied Christiane Krause kein Verständnis. Immerhin werde der Rat in seiner morgigen Sitzung (26. September) die Positionen des Arbeitsdirektors und des ärztlichen Geschäftsführers besetzen. Mit der bereits bestellten pflegerischen Geschäftsführung seien dann drei der vier offenen Stellen besetzt. Angesichts der Tatsache, dass in der Gesellschaftsformdiskussion sogar vorgeschlagen wurde, einen Einzelgeschäftsführer zu bestimmen, sei diese Mehrpersonenleitung ausgewogen und bereits heute arbeitsfähig. Sie sei Garant dafür, dass im Klinikum die Umorganisation Schritt für Schritt vorankomme und sich Westfalens größtes Krankenhaus fortentwickle.



Hans Georg Hovermann weist darauf hin, dass die vorangegangenen Besetzungsversuche zum kaufmännischen Geschäftsführer aus den verschiedensten Gründen fehlgeschlagen seien.


So habe seine Fraktionskollegin Christian Krause die Bestellung von Herrn Meyer (nach der Absage des eigentlich bevorzugten ersten Kandidaten) auch ausdrücklich als „zweite Wahl“ im Rat bezeichnet. Wegen der „Eilbedürftigkeit der Entscheidung“ habe man der Wahl zwar zugestimmt, aber auch auf mögliche Personalprobleme hingewiesen, die dann auch bedauerlicherweise eingetreten sind.


„Die Millionenkosten, die dieser Fehlversuch den Dortmunder Steuerzahler noch kosten wird, sollten Anlass genug sein, ruhiger und noch sorgfältiger vorzugehen. Die CDU ist davon überzeugt, dass überstürzte und hastige Entscheidungen nur zu neuen Problemen führen werden. Die Wähler in Dortmund haben schließlich CDU gewählt, weil sie von uns ordentliche und ehrliche Arbeit erwarten und nicht Entscheidungen im Eilverfahren, die uns nachher alle teuer zu stehen kommen,“ erklärt Christiane Krause.



Stattdessen wurde in den beiden folgenden Runden wieder ein Zeitdruck für die Entscheidung erzeugt, der völlig unangemessen war. Der von SPD und OB favorisierte Bewerber aus Osnabrück, der sich freitags im Aufsichtsrat vorstellte, montags in den Fraktionen Zustimmung finden und donnerstags im Rat gewählt werden sollte, war nicht wählbar, weil er in seiner Vorstellung wichtige Fakten „vergessen“ hatte, die dem eingeschalteten Personalberatungsunternehmen nicht bekannt waren und die die CDU-Fraktion selbst einholen musste.



Zuletzt nutzte die bereits vom Rat gewählte Frau Dr. Schlichtner eine frühzeitige Presseveröffentlichung des Aufsichtsratsvorsitzenden aus, um damit persönlich gestärkt bei ihrem bisherigen Arbeitgeber zu verbleiben.



Der letzte Bewerber hatte sich den beiden Vorsitzenden der großen Ratsfraktionen während der Sommerferien vorgestellt und war von ihnen gebeten worden, sich zu bewerben. Beide Gesprächsteilnehmer auf Dortmunder Seite waren der Auffassung, dass es sich um einen Bewerber handelt, der die fachliche und persönliche Kompetenz für die Aufgabe mit sich brachte. Damit war keine Empfehlung zur Wahl oder gar ein Versprechen zur Wahl abgegeben worden. Schließlich war dies ein Gespräch mit einem einzelnen der Bewerber – die Vergleichsmöglichkeiten mit anderen fehlte jedoch.


„Ich würde doch nicht ohne Vergleich eine Empfehlung abgeben,“ so Hans Georg Hovermann. „Und außerdem ist das Verhältnis innerhalb der CDU-Fraktion doch nicht das von „Befehl und Gehorsam“. Wir sind eine Fraktion mit verschiedensten Aufgaben und Zuständigkeiten. Und die Aufgabe von Frau Krause ist es, eine Empfehlung für die Wahl auszusprechen.“



Dass Gespräche der Fraktionsvorsitzenden mit Kandidaten geführt werden, ist für Hovermann ganz normal. Schließlich hieß es nach dem gescheiterten Verfahren im Frühjahr, dass es überhaupt keine Interessenten für die kaufmännische Geschäftsführung gebe. Als der Hinweis erging, dass die Fraktionen selbst nun auch im politischen Umfeld Kandidaten suchen würden, stand dann wieder eine Palette von Bewerbern zur Verfügung.



„Von schwarzen Peter oder Schuldzuweisungen kann also überhaupt keine Rede sein,“ kommentiert CDU-Fraktionsvorsitzender Hovermann. „Christiane Krause und ich haben keine Differenzen in der Sache. Die Personalsuche wird jetzt ihren normalen weiteren Ablauf und zwar hoffentlich ohne ständige Drohkulisse und öffentliche Spekulation nehmen. Es besteht kein Grund zur Hektik – wir werden ein gutes Führungsteam bekommen – am Donnerstag haben wir die Aufgabe bereits zu drei Vierteln gelöst!“


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