Technologiezentrum Träger von Neuentwicklungen


 



Den Jahresbeginn nutzt der Sprecher der CDU-Fraktion im Ausschuss für Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung, Dr. Helmut Eiteneyer, zu einem Rückblick auf das vergangene Jahr und einen Ausblick auf die Projekte der kommenden Monate. Dr. Helmut Eiteneyer erwartet nur dann einen spürbaren wirtschaftlichen Fortschritt für unsere Stadt, wenn die Rahmenbedingungen durch Bund und Land verbessert werden. Hierzu zählen für ihn die dringend notwendigen Umstrukturierungen in den Bereichen Arbeitsmarkt, soziale Sicherungssysteme und Steuern. Eine grundsätzlich mittelstands-freundliche Politik auf allen drei staatlichen Ebenen könnte die „Jobmaschine Mittelstand“ auch in Dortmund auf Touren bringen.


Rückblick auf das Jahr 2002:


Das gerade zu Ende gegangene Jahr 2002 bietet sowohl negative als auch positive Aspekte.



Negativ zu verzeichnen die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit in Dortmund. Hier hat sich bisher Entscheidendes zum Guten nicht verändert.


Negativ auch das Faktum, dass nur wenige neue Firmenansiedlungen stattgefunden haben. Ein Beleg dafür ist, dass es im Wirtschafts- und Beschäftigungsförderungsausschuss nur noch selten Beschlussvorlagen gibt, die sich mit der Ansiedlung von Unternehmen bzw. von dem Grundstücksverkauf beschäftigen. Dies ist darauf zurück zu führen, dass die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen einfach nicht stimmen. Negativ, dass die schwache Konjunktur auch Spuren in Dortmunder Wachstumsbranchen hinterlässt, wie zum Beispiel im Bereich Informationstechnologie.



Positiv zu bewerten ist vor allem die weiter anhaltende Entwicklung im Technologiepark bzw. im Technologiezentrum. Hier war das High-Light im zurückliegenden Jahr die Eröffnung des Bio-Medizin-Zentrums, zur Zeit noch in einer baulichen Interimslösung an der Emil-Figge-Straße. Mit der Vermietung einer Restfläche seit Herbst letzten Jahres ist diese erste Baustufe vollständig belegt.


Positiv auch der Ratsbeschluss zum Bau der MST-Factory auf dem Gelände Phoenix-West.



Ausblick auf das Jahr 2003:


Entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung in Dortmund wird natürlich die allgemeine konjunkturelle Entwicklung und die Rahmenbedingung für die einzelnen Märkte, insbesondere für den Arbeitsmarkt, sein. Die Einrichtung eines ständigen „Gesprächsforum Mittelstand“, an dem Wirtschaft und Politik teilnehmen sollen, könnte ein Mittel sein, um den Mittelstand in Dortmund besonders zu pflegen und ihm die seiner Bedeutung entsprechende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.


Schließlich wird auch das Dortmund-Project einen nennenswerten Erfolg nur erzielen können, wenn es gelingt, in der Zukunft mittelstandsfreundliche Rahmenbedingungen in Deutschland und in Dortmund zu schaffen. Hier ist besonders der Dortmunder Oberbürgermeister gefragt. Als Vertreter der sechstgrößten Kommune in Deutschland muss er sich Gehör in Düsseeldorf und Berlin verschaffen und die Verbesserung der Rahmenbedingungen einfordern.



Im Einzelnen  :



Ø                  Technologiepark/Technologiezentrum


Nach Inbetriebnahme der Interimslösung werden auf dem Gelände neben dem Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie die weiteren Ausbaustufen des Biomedizinzentrums errichtet. Das heißt also, die zweite Baustufe Erweiterung BMZ mit Integration der Interimslösung und die dritte Baustufe mit Ausbau zum Proteom-Kompetenzzentrum. Der Standort Dortmund gewinnt ein hervorragendes Alleinstellungsmerkmal im nationalen Vergleich durch die Verbindung von Proteomforschung und Mikrosystemtechnik am gleichen Standort. Gestärkt wird das Biomedizin-Kompetenzzentrum Dortmund auch durch den geplanten Neubau des Instituts für Spektrochemie und angewandte Spektroskopie an der Otto-Hahn-Straße. Es sollte allerdings nicht übersehen werden, dass sich die aktuelle Wirtschaftssituation natürlich auch auf die Entwicklung in der Biotechnologiebranche auswirkt. Hauptproblem ist dabei die angespannte Finanzierungssituation. Es ist für die Unternehmen sehr schwierig, Risikokapital zur Finanzierung der enorm hohen Kosten von Forschungs- und Entwicklungsprojekten zu akquirieren. Leider ist auch das Börsenfenster am neuen Markt verschlossen.



Ø                 Der Bau der MST-Factory muss zügig in Angriff genommen werden



Ø                  Das Robotic- und Automationscenter soll im Rahmen eines Stufenkonzeptes in den Räumen des Technologiezentrums begonnen werden, sofern entsprechende Förderzusagen seitens des Landes erteilt werden.



Ø                  Die in der letzten Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses beschlossene Organisationsuntersuchung zur Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung muss zügig auf den Weg gebracht werden.


Ø                  Die Umsetzung wesentlicher Teile des Hartz-Konzeptes, so zum Beispiel die Bildung von Jobcentern, muss in Dortmund zügig vorbereitet und erledigt werden.



Ø                   Für die Flächennutzungsplanberatung erhoffe ich mir ein offensives Vorgehen im Hinblick auf die Bereitstellung ortsnaher Gewerbeflächen, von Industrieflächen sowie der notwendigen Verkehrserschließungsprojekte.



Ø                   Alle Bemühungen hier vor Ort in Dortmund sind nur von geringem Erfolg begleitet, wenn wir die regionale Kooperation mit unseren Nachbarn vernachlässigen. Hier erwarte ich ein wesentlich stärkeres persönliches Engagement des Oberbürgermeisters über Dortmund hinaus. Wichtig ist in unseren Augen eine zunehmende Vernetzung der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung mit dem Umland. Hier kommen in erster Linie der Kreis Unna als auch der Kreis Recklinghausen – hier sei an das Projekt NewPark erinnert – in Frage. Das Instrument der Regionalkonferenzen könnte zur Vorbereitung solcher Kooperationen in Zukunft noch intensiver genutzt werden. Für uns ist vorstellbar, dass die Landräte der Nachbarkreise Recklinghausen und Ennepe-Ruhr zusätzlich als ständige Gäste in die Regionalkonferenzen eingeladen werden.


Vor dem Hintergrund des Dortmund-Projects kommt es darauf an, auch die weichen Standortfaktoren weiter zu stärken, so muss die Musikhochschule mit ihrer künstlerischen Kompetenz für Dortmund erhalten bleiben. Dies ist, denke ich, auch eine politische Nagelprobe für Herrn Langemeyer.


Verantwortlich: