CDU ist enttäuscht über Einschnitt


 



Seit Freitag (31. Januar 2003) ist es heraus – die Dortmunder Musikhochschule wird erheblich reduziert und nach Abzug aller Instrumentalprofessuren sowie dem damit verbundenem vollständigem Wegfall der Instrumentalausbildung zukünftig nur noch einen Bruchteil ihrer bisherigen Arbeit leisten. SPD-Minsterin Kraft erklärte das weitgehende „Aus“ für Dortmund als Standort der künstlerischen Musikausbildung auf Hochschulniveau. Stattdessen soll ein „Aufbau- und Weiterbildungsstudiengang Orchester“ in Verbindung zwischen den verbleibenden vier Musikhochschulen und dem Konzerthaus eingerichtet werden.



Die Dortmunder CDU-Landtagsabgeordnete Tanja Brakensiek und der kulturpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Manfred Sauer, sind tief enttäuscht über die heutigen Ankündigungen der Ministerin.


„Die Landesregierung hat ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Betroffenen gespielt und die Dortmunder SPD-Landtagsabgeordneten haben dies gedeckt!“ erklären die beiden CDU-Politiker.



„Noch vor drei Wochen habe ich mit meinem Antrag im Kulturausschuss des Landtages, in dem ich die Durchführung von Aufnahmeprüfungen für das kommende Sommersemester in Dortmund gefordert hatte, die Notbremse gezogen. Doch der SPD-Kollege Bollermann hat die Interessen seiner Partei über die Interessen Dortmunds gestellt. Schließlich wäre es bei dem Abstimmungsergebnis von 8:7 im Ausschuss genau auf seine Stimme angekommen,“ erinnert Tanja Brakensiek.



Bollermann hatte damit auf Zeit gespielt und so das Vorgehen der Ministerin gedeckt. Noch vor rund zwei Wochen hat er in Dortmund erklärt, dass eine „interessante und intelligente Lösung“ für die Musikhochschule gefunden würde. Was an einer fast vollständigen Schließung der musikalischen Grundausbildung intelligent und für Dortmund positiv sein solle, können sich die beiden CDU-Vertreter nach Bekannt werden der Zukunftspläne jedoch nicht erklären. Das Orchesterinstitut beim Konzerthaus sei jedenfalls kein gleichwertiger Ersatz für den Verlust, den Dortmund nun zu erleiden habe.



Aber auch an die unrühmlichen Rollen, die Ex-Ministerpräsident Clement (SPD) und sein Stellvertreter Vesper (Grüne) in diesem Schließungsverfahren gespielt haben, sollten sich nach Ansicht des CDU-Ratsherrn Manfred Sauer die Betroffenen und alle Musikliebhaber in Dortmund und der Region erinnern.


Schließlich hätten beide Herren ihre Reden zur Eröffnung des Konzerthauses Dortmund nur wenige Tage vor der Bundestagwahl dazu genutzt, um Versprechungen und Zusagen zum Erhalt der Musikhochschule vor den Dortmundern zu machen, die jetzt – kein halbes Jahr später – nichts mehr wert seien.


„Herr Clement hat mit dem wertlosen Versprechen zum Erhalt der Musikhochschule Dortmund sein Gesellensstück für Berlin abgeliefert. Er kann sich nun mit Fug und Recht einreihen in die Riege der rot-grünen Versprechensbrecher der alten und neuen Bundesregierung,“ so Manfred Sauer.



Doch Manfred Sauer will auch die Dortmunder Akteure in diesem monatelangen Hinhaltespiel – schon im Sommer 2002 begann hinter verschlossenen Türen die Diskussion über den Fortbestand der Dortmunder Musikhochschule – benennen.


Gerade der erste Bürger Dortmunds, SPD-Oberbürgermeister Langemeyer, habe durch beredtes Schweigen und ruhiges Stillhalten gegenüber Düsseldorf wieder einmal bewiesen, dass er jeden Konflikt mit der Landesregierung scheue. Für sogenannte „Leuchtturmprojekte“ wie den seit Jahren diskutierten Ausbau des Dortmunder Hauptbahnhofes sei kein Weg zu weit, kein Gespräch zu viel und keine Werbemaßnahme zu teuer. Wenn es aber darauf ankäme, der Landesregierung einmal die Zähne zu zeigen und den Marsch zu blasen, gäbe es im OB-Büro nur nettes Lächeln und höchstens ein ängstliches Flöten, so Sauer.


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