Tagesordnungspunkt
Osterfeuer / Brauchtumsfeuer

Beschlussvorschlag

Die Verwaltungsvorlage wird zurückgewiesen. Der Rat der Stadt Dortmund beschließt stattdessen wie folgt:

  • Das Abbrennen von Osterfeuern (Brauchtums- und Traditionsfeuern) wird auf die Zeit zwischen Ostersamstag und Ostermontag beschränkt.
  • Die Verwaltung wird gebeten, auf die bundes- und landesrechtlichen Bestimmungen beim Abbrennen hinzuweisen.

Begründung
Osterfeuer haben eine jahrhundertealte Tradition als jährlich wiederkehrendes Brauchtumsfest. Sie stellen einen beliebten Treffpunkt für Jung und Alt in den Orts- und Stadtteilen Dortmunds dar und stärken damit das Zusammengehörigkeitsgefühl der Dortmunder Bevölkerung.

Im Verlauf der Kirchengeschichte ist das Osterfeuer aus der Osterliturgie entstanden. An ihm wird in der Osternacht die Osterkerze angezündet.

Nunmehr ist seitens der Verwaltung geplant, die Feuer in den einzelnen Stadtbezirken auf zwei bis vier Feuer zu beschränken und weitere Reglementierungen und Auflagen einzuführen. Dies hätte u.a. zur Folge, dass auch die „kleinen“ Osterfeuer der Kirchengemeinden unter diese Regelungen fallen würden.

Völlig unberücksichtigt bleibt dabei, dass für die temporär aufgetretene erhöhte Schwebstoffbelastung der Osternacht 2002 vor allem eine in dieser Nacht herrschende Inversionswetterlage verantwortlich zu machen ist; ein Klimaphänomen, das nur äußerst selten auftritt und den Abzug des Osterfeuerrauches für einen kurzen Zeitraum nicht ermöglichte.

Messungen am nächsten Morgen haben keine auffälligen Messwerte mehr ergeben.

Die von der Verwaltung vorgeschlagene Überreglementierung und Beschränkung ist abzulehnen. Auch weiterhin soll es jedem Dortmunder Bürger, allen Kirchengemeinden, Vereinen, Verbänden, Institutionen etc. weiterhin gestattet sein, an den Osterfeiertagen ein Feuer zu entzünden. Dabei soll der Zeitraum des Abbrennens aufgrund des brauchtümlichen Hintergrundes auf den Ostersamstag, Ostersonntag und Ostermontag beschränkt werden. Ein wie in der Verwaltungsvorlage vorgesehener Zeitraum für die gesamte Woche vor Ostern ist abzulehnen.

Selbstverständlich sind bei der Durchführung der Feuer die Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und Abfallwirtschaftsgesetzes sowie des Landesimmissionsschutzgesetzes einzuhalten. Eine Rufbereitschaft bei der Ordnungsbehörde könnte Klagen besorgter Anwohner entgegennehmen und Vergehen könnten stärker als bisher kontrolliert und geahndet werden.


Verantwortlich: