Vorlage zielt am Kern des Problems vorbei


 



Die CDU-Fraktion im Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit wird der Vorlage der Verwaltung zum Thema „Ausbau Stadion Rote Erde“, die durch den OB in den Beratungsgang eingebracht worden ist, nicht zustimmen.

Anstatt konkret zu erklären, wie das Leichtathletik-Stadion auf Vordermann gebracht werden kann, wird – nach Auffassung der Christdemokraten im Ausschuss – eine Vorlage präsentiert, die eine Mischung aus Absichtserklärungen, vagen Kalkulationen und Zahlenspielen ist und am Kern des Problems vorbeizielt. Denn anstatt einer Renovierung und Instandhaltung wird von der Verwaltung ein großdimensioniertes Ausbauprogramm zu einem internationalen Stadion mit 35.000 Besucherplätzen vorgestellt.



Für die CDU ist das Stadion Rote Erde ein wichtiger Baustein im Sportstättenangebot der Stadt Dortmund. Hier treffen die Leichtathletikvereine der Stadt die besten Bedingungen für Freiluft-Training und -Wettkampf an, die Dortmund zu bieten hat. Die Anlage selbst (Laufbahnen, Sprunganlage etc.) ist in einem ordentlichen Zustand, zuletzt wurden Laufbahn und Leichtathletikanlagen im Jahre 1999 saniert.


Der bauliche Zustand des Stadioninneren (Umkleiden und sanitäre Anlagen) sowie der Tribünen entspricht jedoch nicht den Anforderungen, die man an ein regional bedeutendes Stadion stellen kann.



„Am Stadion Rote Erde zeigt sich ein Instandhaltungsproblem, das wir in Dortmund auch bei Schulgebäuden, Verwaltungsgebäuden, öffentlichen Straßen und Plätzen kennen: Sind sie erst einmal eingeweiht und freigegeben, dann wird an der Instandhaltung herzlich wenig getan,“ erklärt der sportpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Dieter Schneider.


„Wir müssen einfach mehr tun für die Instandhaltung und müssen bei jeder Investition, die wir tätigen, auch die Folgekosten für Pflege und Unterhaltung berechnen und einplanen, die auf uns zukommen. Wenn wir dies nicht konsequent umsetzen, werden wir von der Höhe der Folgekosten überrascht und damit auch jedes Bewegungsspielraums für neue Projekt beraubt,“ warnt CDU-Sprecher Dieter Schneider. Die Vorlage der Verwaltung sei aber ein Versuch, die entstandenen Probleme der Instandhaltung durch ein Ausbauprojekt einfach zu überdecken.



Die Kritik der Christdemokraten entzündet sich daher auch an den Dimensionen des Ausbaus, an Art und Inhalt der Planungen und vor allem an der Kostenberechnung und dem Finanzierungsvorschlag.


Die vorgelegte Planung zielt auf ein Leichtathletik-Stadion mit einem Fassungsvermögen von 35.000 Besuchern. Der letzte große Dortmunder Wettkampf (DLV-Meeting) hatte 11.500 Zuschauer. Die Deutschen Leichathletikmeisterschaften 2002 im benachbarten Lohrheidestadion in Wattenscheid hatten an drei Tagen zusammengezählt insgesamt 38.000 Zuschauer. Nur bei Welt- oder Europameisterschaften würde das Dortmunder Stadion sein riesiges Platzangebot überhaupt ausschöpfen können – aber bei fast allen Veranstaltungen eines Jahres laufen, springen und werfen die Athleten vor leeren Rängen. Auch die Olympiabewerbung 2012 kann kein Argument in diesem Zusammenhang sein, da die Leichathletikwettbewerb natürlich im Olympiastadion stattfinden – und das wird in Düsseldorf gebaut werden.


Die CDU-Vertreter im Ausschuss stellen deshalb die Dimensionierung des Stadionausbaus in Frage. Schließlich erfordert ein derart ausgebautes Stadion auch auf Dauer erheblich größere Investitions- und Unterhaltungsmittel als eine Renovierung im bestehenden Rahmen.



Der Bauvorschlag datiert aus dem Jahre 2001 und berücksichtigt nur bedingt die Denkmaleigenschaft des Stadions. Bislang ist offenbar nicht geklärt, ob die projektierte neue Tribüne auf der Ostseite, der Überbau mit einem weit ausladenden Stadiondach, die Veränderung des Marathontores und des Eingangsbereiches von der Strobelallee aus, denkmalrechtlich überhaupt möglich ist. Die Stadtverwaltung selbst hätte die Pläne bereits prüfen lassen können, hat dies aber bislang nicht unternommen bzw. das Ergebnis nicht in der Vorlage dargestellt . Die Zweifel an der Realisierbarkeit werden bei der CDU auch dadurch genährt, dass die Verwaltungsspitzen, die mit Bau- und Planungsprojekten beauftragt sind, die Vorlage nicht mitgezeichnet haben.



Doch auch der Finanzierungsvorschlag wirft mehr Fragen auf, als er beantworten kann. Abgesehen davon, dass die Planungen und Berechnung inzwischen fast drei Jahr alt sind, konkretisieren sie nicht die Kosten der einzelnen Bauabschnitte und die Folgekosten des Betriebs.


Für die Finanzierung des Stadionausbaus soll eine Stiftung eingerichtet werden, in die die Stadt als Einlage das bestehende Stadion einbringen will. Die Stiftung soll durch Beiträge von Land und Bund ergänzt werden. Doch wie hoch der Anteil der Stadt bei der Finanzierung der Ausbaustufen letztendlich sein wird, ist noch offen.



Fazit für die CDU:


Die Vorlage stellt keine Lösungsalternativen – zum Beispiel für eine Renovierung – vor, begründet nicht die Notwendigkeit eines Ausbaus auf internationalem Standard und die Nutzungshäufigkeit auf diesem Niveau, blendet bauliche Probleme völlig aus und stellt keine aktuellen Berechnungen für Kosten, Folgekosten und Finanzierungsmöglichkeiten dar.



Deshalb erwartet die CDU-Fraktion eine Überarbeitung der Vorlage, die die oben genannten Fragen beantwortet, und wird diese in einem Antrag am kommenden Dienstag (01. April) im Rahmen der Ausschusssitzung fordern.


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