Gerhard Meißner: „Gesamtkonzept statt Insellösung muss her“


 



In der morgigen Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord wird sich die CDU-Fraktion gegen eine Verkehrsberuhigungsmaßnahme in der Tiefen Straße aussprechen. „Die angedachte Sperrung der Tiefen Straße an der Brackeler Straße löst die Verkehrsproblematik rund um den Borsigplatz nicht im geringsten“, stellt Gerhard Meißner, stellv. Vorsteher der Bezirksvertretung fest.


Zum Hintergrund: Auf einer Bürgerversammlung am 08.03.2003 wurden vom Planungsamt Überlegungen vorgestellt, die Tiefe Straße von sog. Schleichverkehren, die den Borsigplatz südöstlich umfahren, freizuhalten. Dazu lag eine detaillierte Verkehrszählung vor, die innerhalb von zwei Stunden mitten im Feierabendverkehr 203 Fahrzeuge in der Tiefen Straße ausgemacht hatte.


Gerhard Meißner rechnet vor: „203 Fahrzeuge in zwei Stunden bedeuten, dass etwa alle 40 Sekunden ein Fahrzeug die Straße befährt. Wie man hier von einer starken Verkehrsbelastung sprechen kann, ist mir schleierhaft.“



Auch der Hinweis auf zur Verfügung stehende Mittel kann nach Meinung der CDU-Vertreter kein Argument für Verkehrsberuhigungsmaßnahmen sein. „Nur weil das Geld da ist, müssen wir es nicht mit vollen Händen für überflüssige Maßnahmen, die obendrein auch noch die Sicherheit der Anwohner der Nordstadt gefährden, ausgeben“, erklärt Gerhard Meißner. Schließlich bietet die Tiefe Straße für Rettungsfahrzeuge die Möglichkeit, den Borsigplatz im Falle eines Staus zu umfahren.



Die CDU-Fraktion möchte daher die Verwaltung bitten zu überprüfen, inwieweit die Gelder für andere, wichtigere Verkehrsgestaltungsmaßnahmen rund um den Borsigplatz
verwendet werden können. Zu denken ist hierbei vor allem
an eine Verlängerung der Verkehrsinsel auf der Brackeler
Straße, um das illegale Linksabbiegen von der Brackeler
Straße in die Tiefe Straße zu vermeiden.



Gerda Horitzky, Ratsmitglied in der Nordstadt, weist abschließend auf einen Nebenaspekt der geplanten Verkehrsberuhigungsmaßnahme hin: „Wir befürchten, dass wieder einmal gezielt die Befindlichkeiten einzelner Sozialdemokraten befriedigt werden sollen. Schließlich wohnt hier der Sprecher der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung, der vor seiner Haustür absolute Ruhe haben will.“



Verwundert zeigt sich Gerda Horitzky auch über die vom Bezirksvorsteher Theo Schröder gemachte Aussage, er gehe davon aus, dass alle Fraktionen bei der Verkehrsberuhigung „mitziehen“ würden.



Im übrigen, so die CDU-Fraktion, beweise die aktuelle Diskussion einmal mehr, dass die Umgestaltung des Borsigplatzes nicht zur Verbesserung des Verkehrsflusses geführt habe. Das Verkehrsaufkommen sei offenbar gleich geblieben und würde nun – auch wegen des Borsigplatzumbaus – in Wohnstraßen verdrängt.


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