Weiterbau der OW IIIa und Ausbau der Schienenstrecke Dortmund-Kamen-Hamm sind Themen des Gesprächs


 



Am gestrigen Tag (07. Mai 2003) trafen die Vorsitzenden der CDU-Fraktionen aus dem Rat der Stadt Kamen, Bürgermeisterkandidat Heinrich Kissing, und Dortmund, Frank Hengstenberg, gemeinsam mit Ihren Fachleuten in Verkehrsfragen, zu einem Spitzengespräch im Kamener Rathaus zusammen.

Im Mittelpunkt der Gespräche standen dabei die Ausbauplanung für die Schienenstrecke Dortmund-Kamen-Hamm und die Verlängerung der


OW IIIa von Dortmund-Asseln aus bis in den Kreis Unna.



In Sachen OW IIIa-Weiterbau erfuhren die Dortmunder CDU-Vertreter positive Neuigkeiten. In Bezug auf den Weiterbau der OW IIIa vom jetzigen Ende an der Asselburgstraße aus in Richtung Kreis Unna scheint ein Durchbruch in Sicht. Der Rat der Stadt Unna hat nämlich bereits mit breiter Mehrheit aus CDU und SPD der nördlichen Umgehungsvariante für den Hellweg in Dortmund zugestimmt. Die in der Diskussion befindliche südliche Variante wurde vom Rat der Stadt Unna hingegen abgelehnt.


Auch wenn die Stadt Kamen durch Baumaßnahmen der OW IIIa III a nicht auf eigenem Territorium betroffen ist, sieht sie jedoch ihr Straßennetz und die Verkehrsströme innerhalb ihrer Stadtgrenzen berührt. CDU-Bürgermeisterkandidat und Fraktionsvorsitzender Heinrich Kissing erklärt sich in Namen der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Kamen ebenfalls mit der nördlichen Lösung für die OW IIIa-Weiterführung einverstanden. Die Kamener Christdemokraten erhoffen sich durch einen Weiterbau der


OW IIIa dann auch eine Vernetzung und verbesserte Erschließung ihres zwischen den Städten Kamen und Unna geplanten interkommunalen Gewerbegebiets in unmittelbarer Nähe zur Autobahn A 1.



CDU-Ratsmitglied Manfred Jostes, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen der Stadt Dortmund zeigte sich über die Neuigkeiten aus dem Nachbarkreis sehr erfreut:


„Wir freuen uns über die Nachricht, dass der Rat der Stadt Unna grundsätzlich zustimmt und auch die mitbetroffenen Kollegen aus Kamen keine Einwände herheben. Wir sind damit auf dem besten Wege, eine Entlastung für die Hellweg Anlieger in Asseln in Wickede zu erreichen. Die Nordvariante gibt uns die Möglichkeit, die Wohngebiete von Verkehren zu befreien und das Tangenten-Netz der beschleunigten Straßen in Richtung Osten zu schließen. Der Durchbruch dieser Angelegenheit ist zum Greifen nahe!“



Vor der endgültigen Einplanung der Nordumgehung für Asseln und Wickede sind nun zwei weitere Schritte zu unternehmen. Der Kreis Unna als übergeordnete Planungsinstanz für den gesamten Nachbarkreis muss seine Stellungnahme ebenfalls abgeben und der Rat der Stadt Dortmund muss im Entwurf des Flächennutzungsplans entsprechende Planungsräume definieren. Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Dortmund wird deshalb kurzfristig auf ihre Kollegen aus dem Kreis Unna zugehen und dort noch einmal für die Nordvariante werben. Im Flächennutzungsplan-verfahren für Dortmund wird die CDU-Fraktion nun weiter energisch die Nordumgehung von Asseln und Wickede unterstützen.



Weiteres Gesprächsthema zwischen den Fraktionen war der viergleisige Ausbau des DB-Streckenabschnitts Dortmund-Kamen-Hamm und dessen Anmeldung zum Bundesverkehrswegeplan. Der Bundesverkehrswegeplan – augenblicklich im Ausstellungsverfahren befindlich – stellt die Förderungen der überregionalen Verkehrsprojekte ungefähr bis zum Jahr 2015 fest. Obwohl sich Dortmund und seine Nachbarn bereits 1997/98 für den viergleisigen Ausbau dieses Streckenabschnitts und dessen Förderung im Bundesverkehrswegeplan eingesetzt haben, ist diese Maßnahme nicht enthalten. Auf dieser Strecke östlich von Dortmund laufen sowohl internationale Verkehre (Paris-Moskau) als auch erhebliche Mengen Güterverkehre und die gesamte Ost-West-Verbindung im Personenverkehr zwischen Bielefeld und Aachen. Diese Verkehrsballung führt dazu, dass die regionalen Verkehrsverbindungen zurückstehen müssen zugunsten der nationalen bzw. internationalen Zugeinsätze. Dadurch ist insbesondere der Regionalzugverkehr zwischen Dortmund und Hamm betroffen. Hier hat es in letzter für den öffentlichen Schienenpersonennahverkehr keine Verbesserungen sondern eher Verschlechterungen gegeben. Eine Verbesserung kann nach Ansicht der CDU-Fraktion dadurch erzielt werden, dass auf der Strecke zwischen Dortmund und Hamm ein viergleisiger Ausbau erfolgt und der Regional- bzw. S-Bahn-Verkehr auf separatem Gleiskörper geführt wird. Die möglichen Förderungsgeber für einen solchen Ausbau spielen jedoch seit einigen Jahren ein „Schwarze-Peter-Spiel“. Die Förderung durch den Bundesverkehrswegeplan ist bislang mit dem Hinweis darauf abgelehnt worden, dass es sich bei dem Ausbau um einen regionalen und nicht nationalen Verkehrsweg handele. Ein Ausbau aus den Regionalisierungs-mitteln der Deutschen Bahn ist bislang mit dem Hinweis abgelehnt worden, dass die Überfrequentierung dieser Bahnstrecke durch den Güterverkehr bzw. den nationalen und internationalen Schienenpersonenverkehr entstehe. Durch die erneute Nichtberücksichtigung im Bundesverkehrs-


wegeplan-Entwurf könnte dieses Anliegen der Region unter die Räder kommen. Dies wollen die CDU-Vertreter jedoch verhindern.



Die CDU-Fraktion im Landtag wird deshalb in der Beratung im zuständigen Ausschuss am kommenden Freitag (16. Mai) beantragen, den Streckenausbau zwischen Dortmund, Kamen und Hamm ebenfalls im  Bundesverkehrswegeplan vorsehen zu lassen.


Dem Vorschlag der Kamener CDU-Vertreter, zugunsten des Streckenausbaus Dortmund-Kamen-Hamm den Ausbau der Strecke Dortmund-Münster zurückzustellen, konnten die Dortmunder CDU-Vertreter jedoch nicht zustimmen.



Dazu erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Hengstenberg:


„Dortmund ist das verkehrliche Oberzentrum Westfalens. Hier kreuzen sich die nationalen Hochgeschwindigkeitslinien. Dortmund ist auch Zentrum des Regionalverkehrs. Der Zulauf zum Oberzentrum muss auf Regionalstrecken aus allen Himmelsrichtungen gangbar gemacht werden. Deshalb werden wir sowohl auf dem zweigleisigen Ausbau zwischen Lünen und Münster, als auch auf dem viergleisigen Ausbau zwischen Dortmund, Kamen und Hamm bestehen.“



Nur so könne nach Ansicht der CDU sichergestellt werden, dass Dortmund in Nord-Süd-Verkehr (Richtung Hamburg) weiterhin Kreuzungspunkt der Schnellverkehrsstrecken der Bahn bleibe als auch seine oberzentrale Funktion für den Regionalbahnverkehr ausüben könne.


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