Dringender Handlungsbedarf bei außerbetrieblichen Ausbildungsstellen


 



In einem Gespräch mit der Handwerkskammer Dortmund am 04. August 2003 hat sich die CDU-Fraktion im Kinder- und Jugendausschuss eingehend über die Auswirkungen des drohenden Wegfalls von Landesfördermitteln für den Bereich der außerbetrieblichen Ausbildungsstätten in Dortmund informiert.


Rosemarie Liedschulte, Sprecherin der CDU-Fraktion im Kinder- und Jugendausschuss:


„Der Rückzug des Landes NRW aus der Finanzierung der außerbetrieblichen Ausbildungsstätten hat nicht nur gravierende Auswirkungen auf die Fortführung der Stützpunktprogramme in Dortmund, sondern vor allem auch auf die Förderung marktbenachteiligter Jugendlicher. Gerade in Zeiten, in denen die Jugendarbeitslosigkeit so hoch ist wie nie zuvor, ist es nicht nachvollziehbar, dass diesen Jugendlichen jetzt durch ein Kompetenzgerangel zwischen Bund und Land die Chancen auf eine Ausbildung genommen werden.“



Seit 1984 fördert das Land NRW die außerbetriebliche Ausbildung, mit der Jugendliche ohne Arbeitsmarktchancen die Gelegenheit erhalten, beruflich qualifiziert und in den Arbeitsmarkt integriert zu werden. Dies waren allein im Jahr 2002 in Dortmund 288 Plätze, die für eine solche Maßnahme zur Verfügung standen. Davon konnten ca. 70% der Jugendlichen in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis übernommen werden oder haben sich weiterqualifiziert.



„Das sind zusätzlich jährlich über 100 Jugendliche, die dadurch eine Perspektive erhalten haben“, sieht Rosemarie Liedschulte eine weitere Finanzierung dieser Maßnahmen als dringend erforderlich.


„Die augenblickliche Situation ist schlimmer als sie es zu Beginn der Initiative gewesen ist. Immer mehr Jugendliche haben immer weniger Perspektiven. Daher ist es seitens des Landes unverantwortlich, gerade in Zeiten, in denen der Bedarf am größten ist, eine Finanzierung auszusetzen“, appelliert Rosemarie Liedschulte an die Verantwortung der rot-grünen Landesregierung.



Aufgrund der schlechten Haushaltslage der Länder beabsichtigt das Land NRW sich nunmehr aus der Finanzierung außerbetrieblicher Ausbildungen mit dem Argument zurückzuziehen, dass es sich dabei um eine Bundesangelegenheit handelt.


Die vom Bund finanzierten Maßnahmen der Jugendsofortprogramme bilden jedoch einen anderen Schwerpunkt, in dem die außerbetriebliche Ausbildung nicht verfügbar ist.



„Diese Programme stellen u.a. auf eine bestimmte Stichtagsregelung und den Aspekt der „Unversorgtheit“ ab. Das kann dazu führen, dass Jugendliche, die bislang in einer außerbetrieblichen Ausbildungsstätte hätten qualifiziert werden können, nun durch persönliche Umstände keine Förderung erhalten. Jugendliche, die ihre schulische Ausbildung durch eine Qualifikation verbessern wollen, werden durch die Stichtagsregelung noch bestraft“, sieht der Geschäftsführer der außerbetrieblichen Ausbildungsstätte, Horst Licher, eine zusätzliche Problematik.



„Wenn der Förderumfang nicht gehalten werden kann, wird die außerbetriebliche Ausbildungsstätte wohl nicht mehr gehalten werden können“, sieht der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dortmund skeptisch in die Zukunft.



„Nur schnelles Handeln kann hier noch Schlimmeres verhindern. Wir werden alle politischen Möglichkeiten ausschöpfen, um das Land NRW zum Einlenken zu bewegen und die Finanzierung außerbetrieblicher Ausbildungsstätten zumindest so lange sicherzustellen, bis eine zufriedenstellende Lösung gefunden worden ist“, so Rosemarie Liedschulte.


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