Förderung der lokalen Ökonomie verläuft schleppend



Die zügige Förderung der lokalen Ökonomie sowie die Aufwertung des Borsigplatzviertels waren die zentralen Forderungen eines Gesprächs der CDU-Fraktion mit Vertretern des Gewerbevereins Borsigplatz am vergangenen Mittwoch (11.08.). Dabei war vor allem die Entwicklung des Nordstadtbereichs durch Urban II – Mittel für die Vertreter des Wirtschaftsförderungsausschusses und die örtlichen CDU-Ratsvertreter von besonderem Interesse.


 


Dr. Helmut Eiteneyer, Sprecher der CDU-Fraktion im Ausschuss für Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung:


„Es wird Zeit, dass den theoretischen und politischen Vorarbeiten nun zügig Taten folgen. Bereits im Mai hat der Rat mit Unterstützung der CDU-Fraktion eine Vorlage zur Förderung der lokalen Ökonomie verabschiedet, die u.a. die Stärkung der unternehmerischen Basis in der Nordstadt zum Ziel hat. Durch Unternehmenskooperationen und neue Standortprofile soll die Selbstorganisationsfähigkeit der Gewerbevereine erhöht werden. Dafür sollen insgesamt 130.000,- € für vorerst zwei Jahre in die Hand genommen werden. Da ist es nur wenig befriedigend, dass die Bemühungen des Gewerbevereins Borsigplatz durch Administration und bürokratische Hindernisse immer wieder ins Stocken geraten und Finanzmittel nicht fließen. Wir fordern den Oberbürgermeister daher auf, dafür Sorge zu tragen, dass die avisierten Zielsetzungen des Urban II Programms termingerecht realisiert werden, kritisiert Dr. Helmut Eiteneyer die schleppende Umsetzung dieses Projekts mit Blick auf den bereits verstrichenen Starttermin 01.06.2004.


 


Zu diesem Termin sollten die mit dem Urban II-Programm verbundenen Ziele angegangen und Konzepte für die langfristige Stärkung der Gewerbevereine sowie für die Standortvermarktung vorbereitet werden. Dabei sollen die Gewerbevereine durch das Arbeits- und Wirtschaftsbüro Nordstadt, das die zur Verfügung stehenden Gelder treuhänderisch verwaltet, beratend unterstützt werden.


 


„Leider gibt es bislang wenig Zählbares“, stellt der örtliche Ratsvertreter und stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende, Ulrich Monegel fest. „Bevorzugt angegangen werden muss das Problem der Leerstände im Quartier, verbunden mit einer Belebung der schwachen Kaufkraftsituation. Das Viertel muss attraktiver werden, über den Kreis der eigenen Bewohner hinaus. Die Entwicklungschancen sind insgesamt gut. Sie müssen nur konsequent genutzt werden. Dabei müssen in enger Zusammenarbeit mit dem aktiven und engagierten Gewerbeverein die Aktivitäten des sozialen Stadtentwicklungsprogramms „URBAN II“ und originär städtische Planungs- und Infrastrukturaufgaben ineinander greifen.“


Wesentliche Ansatzpunkte sieht Monegel vor allem im Bereich Westfalenhütte und HOESCH-Park:


 


„Gewerbetreibende und Bewohner des Viertels erwarten jetzt Initiative und


spürbare Entwicklungsschritte. Workshops, Visionen und Leitbilddiskussionen hat es jetzt zur Genüge gegeben. Jetzt muss endlich gehandelt werden. Die Hauptansatzpunkte sind längst klar: Die verkehrstechnische Anbindung des Quartiers via ÖPNV nach Scharnhorst und die Öffnung der Springorumstrasse können die derzeitige Randlage des Quartiers aufheben und eine deutliche Verkehrsentlastung bewirken. Das riesige Areal der Westfalenhütte bietet eine einmalige Entwicklungschance für dieses citynahe Wohnviertel. Seine schrittweise Umnutzung muss in Abstimmung mit dem Grundstückseigner Thyssen in überschaubarem Zeitrahmen angegangen und ein Schwerpunkt der Stadtentwicklung Dortmunds werden. Dies erfordert planerisch mindestens die gleiche Sorgfalt und gleiches Engagement wie die Reaktivierung der Phoenix-Flächen im Süden Dortmunds. Logistik darf mit Blick auf Lebenschancen und Attraktivität des Borsigplatzes nicht die dominante Entwicklungsvorstellung für diese riesige Fläche darstellen.“


Nach dem Erwerb des Hoeschparks müssen nun auch hier konkrete Schritte erfolgen, die eine attraktive Nutzung ermöglichen.


 


Ulrich Monegel: „Was bislang in punkto Hoeschpark vor allem läuft ist eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit mit permanenten Ankündigungen. Nun muss aber endlich etwas geschehen. Der Hoeschpark wird nicht schöner und besser nutzbar durch ständige Pressetermine – erwartet wird ein 1. Spatenstich. Immer neue Visionen der Planer (Teich in der Waldfläche) stoßen an enge finanzielle Grenzen. Allein die dringendsten Arbeiten und die Erstellung eines Baseballplatzes kosten über 1,7 Mio. €. Das URBAN-Projekt sieht bis 2006 gerade einmal 1 Mio € für den Hoeschpark vor. An der Bereitstellung eigener Mittel im städtischen Haushalt geht somit kein Weg vorbei. Nun muss angefangen werden, damit die Bevölkerung der Nordstadt sieht, dass es mit einer der wenigen Grünflächen ihres Viertels zumindest schrittweise vorangeht.“


Einig waren sich Gewerbeverein und CDU-Politiker, dass Rahmenbedingungen zu schaffen sind, um das Borsigplatzquartier wieder zu einer der besseren Adressen für Handel und Wirtschaft zu entwickeln, damit nicht nur neue Arbeitsplätze sondern auch freundliche Wohnumfeldbedingungen geschaffen werden können, die auch für Studenten eine attraktive nördliche Alternative zum Kreuzviertel darstellen.


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