Hengstenberg: „3do darf kein Schuhkarton werden“

  In der nächsten Ratssitzung wird
  die CDU-Fraktion gezielt den
  „städtebaulichen Vertrag“ zwischen
  Stadt Dortmund und Projekt-
  entwickler SONAE ansprechen. 
  Dazu soll Oberbürgermeister
  Dr. Langemeyer einen umfangreichen
Fragenkatalog beantworten, inwieweit beim „3do“ die von der Stadt geforderten Qualitätsansprüche von SONAE auch eingehalten werden.


CDU-Fraktionschef Frank Hengstenberg befürchtet, dass sich SONAE Stück für Stück von den ursprünglichen Vereinbarungen verabschieden will. Am 11.11.2002 hatten die Stadt Dortmund und SONAE jenen „städtebaulichen Vertrag“ unterzeichnet, der insbesondere die Qualitätsmerkmale für das 500 Mio. Euro teure Vorhaben festlegt. „Hoffentlich ist das Datum kein schlechtes Omen und der Vertrag entpuppt sich als verspäteter Karnevalsscherz“, so Hengstenberg.



Die CDU will insbesondere wissen, inwieweit die



·         Qualitätsmerkmale für die Verkaufsflächen im Einzelhandel


·         Qualitätsmerkmale für die Entertainmentflächen


·         Qualitätsmerkmale im Bereich der  Architektur


·         Qualitätsmerkmale im Bereich Verkehr und Erschließung           


eingehalten werden oder aber den kommerziellen Wünschen von SONAE zum Opfer gefallen sind.



Grund genug für die Zweifel der CDU gibt es zugenüge. So sei die ursprünglich als Hotel geplante Landmarke auf der Nordseite des Bahnhofs nun nur noch ein Hochhaus, das in der Bauvoranfrage gar nicht mehr enthalten sei. Gleiches gelte für die Parkhäuser entlang des Walls, die ebenfalls aus der Bauvoranfrage ausgeklammert sind.           


Das vorgestellte Entertainment-Konzept lässt nach Meinung der CDU-Fraktion zumindest die Vermutung zu, dass die Verkaufsflächen zugunsten der Unterhaltungsflächen ausgeweitet werden sollen. „Ein Sport-Geschäft, das eine Kletterwand und ein Laufband zum Testen von Joggingschuhen bereit hält, als Entertainment zu bezeichnen, halten wir für zumindest fragwürdig. Die CDU steht zwar nach wie vor hinter dem 3do. Was wir allerdings nicht wollen, ist, dass das Projekt nach und nach zum Schuhkarton mutiert. Daher werden wir auf die konsequente Einhaltung des städtebaulichen Vertrages pochen,“ so Hengstenberg.



Außerdem möchte die CDU wissen, inwieweit gemäß Städtebaulichen Vertrages ein abschließendes Finanzierungskonzept vorliegt. Der Projektentwickler SONAE muss nämlich spätestens 3 Monate nach Rechtskraft des Bebauungsplanes die gesicherte Finanzierung nachweisen.



  „Die bloße Ankündigung von SONAE, dass
  mit der HELABA (Hessischen Landes Bank)
  ein potenzieller Geldgeber bereit stünde, ist
  uns ein bisschen wenig“, sagt Frank
  Hengstenberg abschließend.


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