Sauer: „Vogt, Fagen, Döderlein, Bühner –  wer geht als nächstes?“
  Soweit die kommunale Politik die
  Atmosphäre und das Lebensgefühl in
  einer Großstadt beeinflussen kann,
  geschieht dies in Dortmund teilweise
  ausgesprochen negativ, so Manfred Sauer,
  kulturpolitischer Sprecher der 
CDU-Ratsfraktion. „Durch den Eklat, der zum Ausscheiden des 1. Intendanten des Dortmunder Konzerthauses, Herrn Vogt, führte, ist dies leider weit über die Grenzen der Stadt hinaus deutlich geworden.“


Nach Meinung der Christdemokraten wird die kulturelle Atmosphäre einer Stadt natürlich wesentlich durch ihre handelnden Exponenten geprägt. Die Stadtspitze hat es bislang immer wieder versäumt, die notwendigen Beziehungen zu pflegen. „Da zeigt sich eine möglicherweise auf Minderwertigkeitskomplexen beruhende Überheblichkeit des Oberbürgermeisters im Umgang mit bedeutenden Exponenten der Dortmunder Kulturszene. Verleger Harenberg und Prof. Hoffmann seien als Beispiele genannt. Es sind aber gerade diese Persönlichkeiten einer Stadt, welche das kulturelle Klima, nicht zuletzt aufgrund ihrer eigenen Verbindungen und Möglichkeiten, positiv beeinflussen“ so Manfred Sauer.



Im Bereich des Kulturdezernates ist ebenfalls auffällig, dass die Bereitschaft leitender Exponenten, Dortmund zu verlassen, relativ groß ist. „Die Herren Fagen und Döderlein würden natürlich auch weiter in Dortmund verweilen, wenn die Atmosphäre angenehmer und aufgeschlossener wäre, als sie es gegenwärtig ist. Eine unglückliche Hand in der Zusammenarbeit mit den leitenden Persönlichkeiten des städtischen Kulturbetriebes, die sich in offensichtlicher Führungsschwäche offenbart, ist leider festzustellen“, so Sauer.



Es sind aber auch andere Bereiche der weichen Standortfaktoren, die durch die Stadtspitze zu wenig Aufmerksamkeit erfahren haben, so die CDU-Fraktion.



„Seit mehr als zwei Jahren war es bekannt, dass unser Sternekoch, Herr Bühner, mit dem Ambiente seines Restaurants nicht zufrieden war und nicht zufrieden sein konnte. Der Name Bühner war ein bedeutender Botschafter für Dortmund, da seine herausragenden Leistungen stets mit seinem Wirkungsort Dortmund verbunden waren und seine Ausstrahlung weit über die Region hinaus große Bedeutung erlangte. Es wäre durchaus möglich und sinnvoll gewesen, wenn die Stadtspitze ihren Einfluss durch das eine oder andere Gespräch mit dem Kasino-Betreiber geltend gemacht hätte. Das ist leider nicht geschehen“, stellt Sauer fest.



Nach Meinung der CDU-Fraktion reicht es nicht, eine Wirtschaftsförderung auf der Grundlage von Neuakquisitionen und Pflege der harten Standortfaktoren zu betreiben. In einer großen Stadt müssen auch die sogenannten weichen Faktoren von der Wirtschaftsförderung beachtet und gepflegt werden. Der Mangel an Bereitschaft und Fähigkeit, auch mit solchen Teilen der Dortmunder Gesellschaft, die nicht auf die SPD eingeschworen sind, umzugehen, erweist sich als ein erheblicher Mangel für die Stadtentwicklung. Die einseitige Fokussierung auf städtische Betriebe, Einrichtungen und ihre Leitungsgremien ist durch die unheilvolle Verquickung kommunalpolitischer Funktionen einerseits und erhofften Karrieren andererseits zwar verständlich, aber für diese Stadt schädlich. Besonders der Oberbürgermeister hat in seinem Amt die Fähigkeit nicht entwickelt, über seinen Schatten zu springen und ein wirksames Netzwerk zugunsten der weichen Standortfaktoren Dortmunds zu anderen, bedeutenden Akteuren der Stadt aufzubauen.


Verantwortlich: