Manfred Sauer: 35 Mio. Euro reichen hinten und vorne nicht
  Die CDU-Fraktion hat sich noch einmal
  intensiv mit dem Dortmunder U auseinander-
  gesetzt. Nach der Vorstellung der
  Architektenentwürfe in der vergangenen
  Woche im größtenteils leerstehenden
  Gebäude der geplanten Brau&Brunnen-
Hauptverwaltung nahmen Mitglieder der Ratsfraktion am Montag den ehemaligen Kühlturm in Augenschein.


Nach einer Kletterpartie in die Kathedrale, für die die Architektenentwürfe keine sinnvolle Nutzung zum Vorschein gebracht hatten, und weiter bis zum Dach des U, steht das Urteil fest: Die Aussicht ist phantastisch. Niemals aber werden die anvisierten 35 Mio. Euro ausreichen, die Oberbürgermeister Dr. Langemeyer gebetsmühlenartig als Obergrenze zum Umbau des Dortmunder Wahrzeichens in ein Museum festlegt.



Der von der Dortmunder SPD-Fraktion favorisierte Architekturentwurf von Prof. Gerber sei ein Fass ohne Boden, befand der kulturpolitische Sprecher der Fraktion Manfred Sauer. Die Betriebskosten würden aus dem Ruder laufen, die Finanzierung des Museumsvorplatzes inklusive einer ansprechenden Anbindung an die westliche City sei völlig ungeklärt und die vom OB, SPD und Grünen favorisierte „geschossweise Inbetriebnahme“ sei reine Augenwischerei, so die CDU-Vertreter einstimmig.



Mit Blick auf die Finanzierung des Gesamtvorhabens erwartetet die CDU-Fraktion mit Spannung, wie der Bau des Museums haushaltsneutral dargestellt werden soll. Rot-grün hatte in der vergangenen Ratssitzung gefordert, dass die Bereiche Soziales, Kinder und Jugend, Schule sowie Energiesanierung nicht belastet werden dürfen. „Dann bleibt ja eigentlich nur noch die Kultur. Die freien Kulturzentren wie das Fletch Bizzl, domicil, Balou oder Theater im Depot werden sich freuen“, so Manfred Sauer.



Letztendlich sei die gesamte Ausstellungskonzeption wenig durchdacht. Eine Geschossfläche von 15.000 qm sei viel zu gigantisch, um dauerhaft ein attraktives Museumsprogramm präsentieren zu können. „Zum wiederholten Male mussten wir gestern hören, dass der Oberbürgermeister Kunstwerke präsentieren will, die zur Zeit in Depots verstauben, weil sie aufgrund mangelndem Interesse für eine dauerhafte Präsentation nicht geeignet sind“, so der CDU-Kulturexperte abschließend.


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