Horitzky: Durch Kooperation drohendem Verlust wohnortnaher sozialer Angebote begegnen !
  Die infolge rückläufiger Kirchensteuerein-
  nahmen prekäre Finanzlage der Kirchen-
  gemeinden der Nordstadt und die im Zuge
  der Haushaltssicherungskonzepte drohende
  Schließung oder teilweise sogar vollständige
  Aufgabe der räumlichen Infrastruktur
  einzelner Gemeinden (Kirchengebäude,
Gemeindesäle, Turnhallen, Horte und Freizeiteinrichtungen) waren Thema verschiedener Gespräche von CDU Nordstadtpolitikern mit hauptamtlichen Kirchenvertretern und ehrenamtlich Aktiven.


Ratsmitglied Gerda Horitzky:
Betrachtet man allein die in den evgl. Kirchengemeinden Paulus-, Markus- und Friedensgemeinde entwickelten und teilweise von erheblichem ehrenamtlichem Engagement getragenen Angebote der Kinderbetreuung und Jugendhilfe (Sport und Bewegung, familienunterstützende Maßnahmen, Kochgruppen für junge Mütter, alle ethnischen Gruppen einschließende Freizeitangebote, Nachhilfe und Hausaufgabenhilfe für muslimische Kinder etc.) so geht dies in vielfacher Hinsicht über konventionelle Angebote gemeindlicher Jugend- und Sozialarbeit mittlerweile weit hinaus. Nur vordergründig gilt die Sorge bei knappen Finanzen somit „nur“ dem Erhalt der kirchlichen Infrastruktur. Klar ist vielmehr: Die drohende Aufgabe, Umwidmung oder der Verfall von Kirchen, Gemeindesälen, Freizeiteinrichtungen und Räumen der Begegnung bedroht massiv die darin beheimatete soziale Infrastruktur. Die kirchlichen Einrichtungen sind unverzichtbare wohnortnahe Anker nachbarschaftlichen, ehrenamtlichen sozialen Engagements. Eben darauf ist aber die mit vielfältigen und komplexen sozialen Problemen belastete Nordstadt dringend angewiesen.“



Die CDU setzt nun auf den zielgerichteten Ausbau der in Ansätzen bereits vorhandenen Vernetzung und Zusammenarbeit aller Akteure, die an dem Erhalt, der Koordination und wechselseitigen Stützung gemeindenaher familienunterstützender Angebote, der Jugend- und Altenhilfe in der Nordstadt interessiert sind.



Gerda Horitzky:
„Es gibt bereits einige ermutigende Beispiele gemeindeübergreifender ökomenischer Zusammenarbeit, der Kooperation mit Schulen des Stadtteils, der städtischen RAA (Sprachförderung) im Bereich der Integrations- und stadtteilbezogenen Kinder- und Jugendarbeit. Konzertiertes Zusammenwirken, möglicherweise koordiniert z.B. durch einen themenbezogenen „runden Tisch“, könnte hier helfen, die Kräfte aller Akteure zu bündeln und zielgerichtet einzusetzen.“



  Thomas Bahr, CDU-Fraktionsvorsitzender
  in der BV Innenstadt Nord, ergänzt:
  „Es muss allen Akteuren, katholischer
  Stadtkirche, dem evangelischen Kirchenkreis,
  den in der Nordstadt aktiven kirchlichen und
  sozialen Verbänden, nicht zuletzt der Stadt
  Dortmund klar sein, dass die bestehenden sozial- und jugendpflegerischen Angebote der Kirchengemeinden der Nordstadt mit allen Kräften gestützt und soweit möglich, erhalten werden müssen. Soziales Engagement, gerade das der ehrenamtlich Tätigen der Gemeinden, braucht die räumliche Anbindung an die Infrastruktur der vertrauten Kirchengemeinde. Deren Veranstaltungsräume und Einrichtungen sind dort, wo die Menschen wohnen. Sie sind Anlaufpunkte nachbarschaftlichen Zusammenlebens – mittlerweile weit über ethnische, nationale und konfessionelle Grenzen hinweg. Was hier durch Aufgabe von Standorten an



Verlusten intakter Strukturen entstehen würde, ist später durch kommunale Initiative oder allgemein die öffentliche Hand kaum wiederherzustellen. Bei knappen Finanzen aller Beteiligten, der Kirchen, Sozialverbände und städtischer Jugend- und Altenhilfe, darf es keinen Wettlauf um knappe Fördergelder, Betriebsmittel oder Mittel zur baulichen Unterhaltung geben. Zu Kooperation, abgestimmter Planung und dem Suchen nach standortsichernden Synergien gibt es daher keine Alternative. Auch der Fortgang des „Familienprojekts“ und der „Masterplan Integration“ muss im Zuge der Entfaltung stadtbezirksbezogener Aktivitäten bestehende Strukturen und Chancen des Erhalts wohnortnaher gemeindlicher Standorte und ihrer Angebote in den Blick nehmen.“



Der kürzlich neu errichtete Bau der Jugendfreizeitstätte Stollenpark (Bahr: „Ein langgehegter Wunsch der CDU …“), der Ausbau des „Big Tipi“ im Fredenbaum und bauliche Aktivitäten auf dem Nordmarkt (Kiosk mit Bühne für Freizeitangebote) müssen nach Auffassung der CDU die bis auf weiteres letzten kommunalen Aktivitäten dieser Art darstellen.



Thomas Bahr:
Überall, wo es aktuell oder zukünftig um die Erstellung, den Ausbau oder die Anpassung von sozialen, familienunterstützenden oder jugend- und altenpflegerischen Angeboten in der Nordstadt geht, soll vorrangig geprüft werden, Projekte dieser Art in bestehender wohnortnaher und in der Regel baulich gut erhaltener Gemeindeeinrichtungen der Nordstadt unterzubringen. Städtische Eigen- oder Ressortinteressen oder Verbandsegoismen müssen hinter dem Ziel zurücktreten, intakte räumliche und soziale Strukturen der Gemeinden langfristig zu erhalten und als Lebensmittelpunkte der Menschen und Nachbarschaften – notfalls mit neuer Funktion und thematischer Ausrichtung – zu sichern.“



Die CDU setzt bei entsprechenden Initiativen in den Beschlussgremien auf die Unterstützung aller Akteure und der anderen Fraktionen.



Horitzky: „ Das ist kein ideologisches oder vordergründig parteipolitisches Thema – ein solches Konzept diktiert schon der gesunde Menschenverstand.“


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