Hengstenberg: „Demographischer Wandel weit fortgeschritten“


 


 Die CDU-Fraktion war am
 vergangenen Wochenende zu Gast in
 Dortmunds innerdeutscher Partner-
 stadt Zwickau. Mit dem Fraktions-
 vorsitzendem Frank Hengstenberg
 und Bürgermeister Adolf Miksch
 an der Spitze verschafften sich die
 Dortmunder Christdemokraten einen
 dreitätigen Eindruck vom Wandel in
 der westsächsischen Stadt am Fuße
 des Erzgebirges.




Die Partnerschaft hat seit 1988 Bestand. Treibende Kraft war dabei seit Anfang an Adolf Miksch, der auch diesmal wieder ein hochinteressantes Programm mit Zwickaus Oberbürgermeister Dietmar Vettermann (CDU) zusammengestellt hatte.


 


Zentrales Thema der Klausurtagung war der nachhaltige und zukunftsgerichtete Stadtumbau Zwickaus vor dem Hintergrund des demographischen Wandels. Binnen 15 Jahren ist die Einwohnerzahl Zwickaus von über 130.000 Einwohnern auf knapp unter 100.000 Einwohner gesunken. „Damit waren Politik und Verwaltung vor große Herausforderungen gestellt, die man in vorbildlicher Art und Weise gemeistert hat“, zeigt sich CDU-Fraktionsvorsitzender Hengstenberg beeindruckt.


 


Man habe den Mut bewiesen, beispielsweise 11stöckige Häuser abzubrechen, die großteils oder ganz leer standen. Auch wurden ganze Wohnblocks „geschliffen“ und die oberen Stockwerke abgetragen, sodass aus vormals sieben oder acht Stockwerken nur noch drei oder vier übrig blieben. Insgesamt wurde der Wohnungsbestand in den beiden Großwohnsiedlungen (Plattenbauten) um 10.000 Wohnungen verringert.


 


Die Maßnahmen steigern die Wohnumfeldqualität in Zwickau auf mehreren Ebenen. So wurden die Wohnblocks, die „geschliffen“ wurden, wärmegedämmt und mit neuen Heizungen versehen, um den CO2-Ausstoss zu senken. Die Flächen, auf denen ganze Häuserblocks in den zwei „Plattenbaugebieten“ Zwickaus abgeräumt wurden, dienen heute den Anwohnern als wohnortnahe Grünflächen, Spiel- und Bolzplätze.


 


Für Hengstenberg macht Zwickau das vor, was Dortmund mittelfristig auch erwartet. Die Einwohnerzahl Dortmunds wird sich bis zum Jahr 2025 je nach Prognose auf 550.000 bis 575.000 Einwohner einpendeln. „Wenn Dortmund binnen 20 Jahren also einen halben oder gar ganzen Stadtbezirk an Einwohnern verlieren wird, dann darf die Politik davor nicht die Augen verschließen, sondern muss im Gegenteil frühzeitig und nachhaltig Gegenkonzepte entwickeln, um einer Verwahrlosung ganzer Stadtteile vorzubeugen“, so Hengstenberg.


 


Die Dortmunder CDU-Vertreter erfuhren auch, dass die Stadt Zwickau 3000 Wohnungen aus dem kommunalen Bestand an den Immobilienkonzern Gagfah verkauft hat. Der Verkaufserlös betrug 95 Millionen Euro und floss in Gänze der Sanierung des städtischen Haushaltes zu. Selbstverständlich habe der neue Besitzer den Mietern mittels einer Sozialcharta umfassenden Schutz eingeräumt, wusste Zwickaus Oberbürgermeister Dietmar Vettermann zu berichten.


 


Zum Abschluss der Klausurtagung sprachen Miksch und Hengstenberg an die Kollegen der Zwickauer CDU-Fraktion eine Einladung zum Gegenbesuch im Jahr 2008 aus, die dankbar angenommen wurde.


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