Thomas Offermann: „Bei so einem wichtigen Thema erwarten wir keine halben Sachen!“

  In der Sitzung des Sozialausschusses
  am 16.10. und in der Sitzung des Kinder-
  und Jugendausschusses am 24.10. wird
  die Vorlage „Projekt Hilfen für Kinder von
  alkoholkranken Eltern“ zum Beschluss
  vorgelegt. Die CDU-Fraktion sieht dieses
  Thema als enorm wichtig an und begrüßt
                 daher, dass die Verwaltung nun eine Vorlage    hierzu einbringt.
  Große Bedenken haben aber Thomas
  Offermann und Rosemarie Liedschulte mit
  dem Inhalt der Vorlage.
  


 



„Suchtkranke Eltern sind mittlerweile keine Randerscheinung mehr in unserer Gesellschaft“, so Thomas Offermann, sozialpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. „Von daher ist es sehr lobenswert, dass die Verwaltung nun dieses so enorm wichtiges Thema aufgreift – auch wenn es ein wenig wundert, dass dies erst jetzt geschieht. Leider komme ich nur zu dem Schluss, dass die Verwaltung an dieser Stelle ihre Hausaufgaben nicht so ganz sorgfältig gemacht hat. Nicht nur, dass die Vorlage selbst viele offene Fragen aufwirft, auch der Inhalt lässt sehr zu wünschen übrig. Da ist beispielsweise die Rede von schneller und bedarfsgerechter Hilfe alkoholkranker Eltern. Wie diese in der Umsetzung aussehen soll, wird leider nicht erwähnt. Auch zu den aufgeführten Beratungs- und neuen Hilfsangeboten in Dortmund stellen sich uns noch viele Fragen bezüglich der Umsetzung. Eine Nachbesserung der Vorlage ist daher für uns ein Muss!“


 


Rosemarie Liedschulte, Sprecherin der CDU-Fraktion im Kinder- und Jugendausschuss, bemängelt, dass in der Vorlage die enge Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Sachgebietes Frühwarnsystem angeführt wird.


 


„Soweit ich weiß, ist das Frühwarnsystem in Dortmund bisher nur in zwei Stadtbezirken initiiert worden, nämlich in Aplerbeck und Innenstadt-West“, so Liedschulte. „Stellt sich für mich die Frage, ob es in den übrigen zehn Stadtbezirken keine alkoholkranken Eltern gibt oder ob das Frühwarnsystem – wie von uns immer gefordert – nun  


flächendeckend eingesetzt werden soll. Unverständlich sind für mich auch die Zahlen, die in der Vorlage bezüglich durchgeführter Gespräche mit Kindern, Jugendlichen und Eltern, und die Anzahl an Jugendlichen, die in geeignete Hilfen vermittelt wurden. Was aus der Vorlage überhaupt nicht hervorgeht ist, wie viele Fälle von alkoholkranken Eltern dem Jugendamt überhaupt bekannt sind bzw. wie hoch die Dunkelziffer eingeschätzt wird. Denn die Betroffenen wenden sich im seltensten Fall an externe Stellen, wie Jugend- oder Gesundheitsamt, um Hilfe in Anspruch zu nehmen.“


 


Für Liedschulte und Offermann stellt das in der Vorlage nur kurz angeschnittene Problem von alkoholkranken Jugendlichen einen so großen Bedarf dar, dass die CDU hierfür eine eigene Vorlage fordert.


 


„Alkoholkonsum wird in unserer Gesellschaft toleriert, er ist Bestandteil der Erwachsenenwelt“, so Liedschulte weiter. „Wer als Jugendlicher mithalten will, muss auch mittrinken, um nicht als Außenseiter dazustehen. Und auch durch familiäre Verhältnisse rutschen Jugendliche bereits in jungen Jahren in den Sumpf des Alkoholkonsums ab. Dies Problematik muss unseres Erachtens in einer eigenen Vorlage angepackt werden – und zwar so schnell wie möglich.“


 


Auch Thomas Offermann fordert für dieses brisante Thema eine vernünftige konzeptionelle Ausarbeitung. Darüber hinaus betont er noch einmal, dass bei einem so wichtigen Thema wie „Hilfen für Kinder von alkoholkranken Eltern“ die CDU keine halben Sachen erwartet. Die Vorlage müsse daher auf jeden Fall noch einmal überarbeitet werden, damit die zukünftige Arbeit dieses Projektes auf festen Beinen steht. 


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