Matthias Ulrich: „Strukturwandel noch lange nicht beendet“


 


  „Der Strukturwandel ist abgeschlossen“,
  vermeldete Oberbürgermeister Dr. Gerhard
  Langemeyer per Videogruß anlässlich der
  Verleihung des Dortmunder Wirtschaftspreises
  2007. Für Matthias Ulrich, wirtschafts-
  politischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion,
  ein weiterer Beweis für den schleichenden
                    Realitätsverlust des Oberbürgermeisters.



Die jüngsten Zahlen des Arbeitsmarktberichtes für Oktober 2007 würden nach wie vor eine andere Sprache sprechen. Fast 40000 Menschen seien in Dortmund weiterhin von Arbeitslosigkeit betroffen, was einer Arbeitslosenquote von 13,9% entspreche. „Damit liegt Dortmund leider immer noch deutlich über dem Landes- und Bundesdurchschnitt“, so Ulrich.


 


Das selbstgesteckte Ziel des Oberbürgermeisters, innerhalb von 10 Jahren 70000 neue Arbeitsplätze mit Hilfe des dortmund-project zu schaffen, sei noch meilenweit entfernt. „Mit viel gutem Willen und ein wenig Schönrechnerei kommt man vielleicht auf die Hälfte“; sagt Ulrich.


 


Die CDU-Fraktion sieht den Strukturwandel daher noch lange nicht als abgeschlossen an. Nach wie vor müsse die Stadt große Anstrengungen unternehmen, die weggefallenen Arbeitsplätze in den Branchen Kohle, Stahl und Bier zu ersetzen. Die alleinige Fokussierung auf moderne High-Tech-Branchen wie Biomedizin oder Nanotechnologie reiche nicht aus, die Lücke zu schließen. „Auch Blaumannarbeitsplätze müssen weiterhin angeboten werden“, fordert Matthias Ulrich.


 


Besonders erstaunt sind die Christdemokraten über die Aussage des Oberbürgermeisters, weil die Narben der Strukturkrise im Ruhrgebiet noch überall zu sehen seien. Das Gelände auf Phoenix-West würde langsamer als zunächst geplant mit Betrieben der Hochtechnologie besiedelt werden, die Flutung des Phoenix-Sees sei nicht vor 2010 geplant und für die insgesamt 420 ha der Westfalenhütte müssen die städteplanerischen Ideen auch noch in konkrete Ansiedlungen umgemünzt werden, damit nicht noch weitere Unternehmen, wie in der jüngsten Vergangenheit geschehen, in den Kreis Unna oder andere umliegende Kreise abwandern.


 


„Der Strukturwandel ist eine Mammutaufgabe und wird die Kommunalpolitik sicher noch die nächsten 20 Jahre beschäftigen,“ so Ulrich abschließend.


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