Walter Knieling: „Schullandschaft ein Armutszeugnis für Dortmund


 


 Der Rat der Stadt Dortmund hat in
 seiner Sitzung am 15.05.2007 beschlossen,
 am Leibniz-Gymnasium ein internationales
 Bildungsangebot einzurichten, dass den
 Erwerb des „Internationalen Baccalaureate
 Diploma“ ermöglicht. Das Gymnasium
 wäre damit die erste und einzige Schule in
Dortmund, die eine solche internationale Ausbildung
ermöglicht. Zwingend notwendig für ein solches
Angebot ist aber unter anderem, dass die
naturwissenschaftlichen Räume die
Voraussetzungen für einen lehrplanmäßigen
Unterricht erfüllen. Die Räume am Leibniz-
Gymnasium leisten dies leider nicht und Geld für
die Sanierung steht erst – laut Dezernentin
Bonekamp – ab 2010 zur Verfügung. Walter
Knieling, schulpolitischer Sprecher der CDU-
Fraktion, bedauert es sehr, dass eine internationale
Ausbildung mangels Geld in der Stadtkasse auf die
Warteliste gesetzt wurde.



 


 


„Bereits im Mai 2007 hat die CDU-Fraktion per Antrag gefordert, dass u.a. der Biologie-Fachtrakt am Leibniz-Gymnasium saniert wird, damit die Schule den Anforderungen einer Internationalen Schule gerecht wird“ so Knieling. „In einem anschließenden Schreiben der Dezernentin Bonekamp hieß es dann, dass ein Teil der naturwissenschaftlichen Fachräume – im Zuge mittelfristiger Maßnahmen – zu erneuern seien. Zur jetzigen Sitzung des Schulausschusses am 02.04.08 teilt Frau Bonekamp – versteckt in der Beantwortung einer anderen Anfrage – mit, dass die Mittel bis 2009 ausgeschöpft seien und erst die Mittel für 2010-2012 u.a. für die Sanierung der naturwissenschaftlichen Fachräume am Leibniz-Gymnasium zur Verfügung stehen. Für mich ist dies mehr als ein Trauerspiel und nicht akzeptabel, dass wir in Dortmund nicht in der Lage sind die Möglichkeit zu schaffen, Schülern eine Internationale Ausbildung zu ermöglichen, weil kein Geld in der Kasse ist.“


 


Was Knieling besonders ärgerlich stimmt, ist die Tatsache, dass die Schulpolitik der letzten Jahrzehnte Dortmund dahin geführt hat, dass


jahrelang an einigen Schulen überhaupt keine notwendigen Sanierungsmaßnahmen durchgeführt wurden, und jetzt die Mittel für notwendige Maßnahmen hinten und vorne nicht ausreichen.


 


Knieling weiter:


„Wir haben in Dortmund lange Zeit eine Spirale der Entwicklung an Schulgebäuden gepflegt, die uns dahin geführt hat, dass heute an fast jeder Schule ein großer Sanierungsbedarf besteht. Mit den im Haushalt für Schulsanierung vorhandenen Mitteln kann gerade das Gröbste „ertüchtigt“ werden, für eine grundlegende Sanierung reicht das Geld schon lange nicht mehr aus. Das Hin- und Herschieben von Haushaltsmitteln scheint immer mehr gängige Praxis bei der Stadt zu werden. Und, dass jetzt sogar eine beschlossene Internationale Schule nicht den Betrieb aufnehmen kann, weil die Voraussetzungen nicht stimmen, ist ein Armutszeugnis für die Stadt und für ihren OB. Da helfen eben auch keine löblichen Worte über eine familienfreundliche Stadt, wenn am Ende den Willigen die Basis entzogen wird und der Plan für die Rettung der Schullandschaft ausbleibt. Es ist eben ein Unterschied, ob ich Prioritäten nur setze oder diese auch in die Tat umsetze.“


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