Rosemarie Liedschulte: „Idee ist ein Schnellschuss“


 In der nächsten Sitzung des
 Rates soll eine Vorlage beschlossen
 werden, die den Bau von fünf
 Kindertageseinrichtungen in der
 Nordstadt vorsieht, mit einem
 Gesamtvolumen von 19 Mio. Euro.
 Die CDU-Fraktion wird hierzu einen eigenen
Antrag einbringen, der fordert, dass die
Verwaltungsvorlage zurückgewiesen und
unter Vorgabe neuer Maßnahmen neu
erarbeitet wird. Einer der Hauptgründe dafür
ist die Tatsache, dass die Einrichtungen (vier
5-zügige, eine 8-zügige) gebaut werden
sollen, ohne, dass ein Bedarfsplan vorliegt.



Rosemarie Liedschulte, Vorsitzende der CDU-Fraktion im Betriebsausschuss Fabido sieht in der Vorlage lediglich einen Schnellschuss des OB’s und eine Art Größenwahn, fünf Einrichtungen mit überdimensionaler Gruppenstärke bauen zu wollen:
„Wir wollen erst einmal einen Kindergartenbedarfsplan, bevor wir darüber entscheiden, ob wir 19 Mio. für fünf Kindertageseinrichtungen in nur einem Stadtbezirk investieren. Die Begründung der Stadt, dass bis 2010 eine Versorgungsquote von 20 % für Kinder unter 3 Jahren in Tageseinrichtungen angestrebt werden soll, und der Norden hier eine Unterversorgung aufweist, hat hier für mich keine Gültigkeit. Gerade der Dortmunder Norden zeichnet sich dadurch aus, dass wir hier eine Vielfalt an Nationalitäten vorfinden, die von ihrer Mentalität her ihre unter 3jährigen Kinder nicht in „fremde Hände“ abgeben, um sie dort betreuen zu lassen. Ein weiterer Grund für die Zurückweisung der Vorlage ist, dass der Eigenbetrieb FABIDO die alleinige Trägerschaft der neuen Einrichtungen übernehmen soll, obwohl dieser für 2007 einen hohen defizitären Jahresabschluss vorweist. Weder Kirchen, noch soziale Träger, die bereits Interesse für eine Unter-Dreijährigen-Betreuung angemeldet haben, werden von der Stadt nicht berücksichtigt.“


Was für die CDU ist es eine Selbstverständlichkeit, dass im Stadtteil erst geprüft wird, inwieweit leerstehende Gebäude für die Nutzung von Kinder- und Jugendangeboten genutzt werden können.


 Dazu Thomas Bahr, Sprecher
 der CDU-Fraktion in der Bezirks-
 vertretung Innenstadt-Nord:
 „Der Norden weist momentan an
 vielen Stellen leerstehende Gebäude
 aus, die nicht mehr genutzt werden. Hier
 sollte geprüft werden, inwieweit diese für
eine Umgestaltung zu einer Kindertages-
einrichtung in Frage kommen – wie es in der
Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses
am 31.05.2007 einstimmig beschlossen
wurde. Für mich ist nicht nachvollziehbar,
dass einige der geplanten Einrichtungen in
Gegenden gebaut werden sollen, wie
beispielsweise am Burgweg. Eltern wären hier
gezwungen, erst eine lange Anfahrt in Kauf
zu nehmen, um ihre Kinder in einer
Kindertageseinrichtung abgeben zu können.“


Für die CDU steht gerade bei der Unter-Dreijährigen-Betreuung das Bedürfnis vieler Eltern in Dortmund im Mittelpunkt, wieder frühzeitig in den Beruf zurück kehren zu können.


Liedschulte abschließend:
„Wir müssen in jedem Stadtbezirk für alle Eltern die gleichen Chancen schaffen, damit ihre unter 3jährigen Kinder in einer Tageseinrichtung betreut werden können. Jetzt aber in einer „Hauruck-Aktion“ in einem Stadtbezirk fünf überdimensional große Einrichtungen zu schaffen, während in anderen Stadtbezirken Kinder abgewiesen werden müssen, halte ich für wenig zielführend und übereilt.“


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