Rosemarie Liedschulte:“ Umsetzung guter Ideen dauert zu lange“


 Das bislang in vielen Städten erfolgreiche
 Projekt „Notinsel“ (u.a. in Bochum,
 Gelsenkirchen, Hattingen, Kreis Unna) soll
 Kindern in Notsituationen Fluchtpunkte
 aufzeigen, in denen sie Hilfe bekommen.
 Notinseln können Einzelhandelsgeschäfte,
 Bäckereien, Metzgereien, Friseure, Apotheken
usw. sein. Jedes Notinsel-Partnergeschäft erhält einen
Aufkleber, der gut sichtbar für Kinder angebracht wird,
so dass jedes Kind sofort erkennen kann, wo es Hilfe
erhält.



Die CDU-Fraktion hatte bereits im Oktober letzten Jahres den Antrag im Kinder- und Jugendausschuss eingebracht, dieses „Notinsel-Projekt“ auch in Dortmund zu initiieren.

Rosemarie Liedschulte, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, ist verärgert, dass bis heute – zehn Monate später – noch immer kein Konzept oder ähnliches vorliegt, wie das Projekt eine Umsetzung finden kann.
„Kinderschutz und Kindeswohlergehen sind heutzutage wichtiger denn je. Die Dunkelziffer der Kinder, die in Familien geschlagen und misshandelt werden liegt bei weitem höher, als dem Jugendamt bekannt. Dennoch hält es die Verwaltung nicht für so dringend notwendig, ein Projekt ins Leben zu rufen, das Kindern und Jugendlichen eine Anlaufstelle bietet, in der sie Schutz und Hilfe erfahren können. Leider machen es uns andere Städte immer wieder vor, dass es auch anders geht. Ausnahme in Dortmund bildet hier das Frauenzentrum Huckarde, das ein ähnliches Projekt anbietet, und mit dem das Jugendamt Kontakt aufnehmen sollte.“


Besonders verärgert ist Liedschulte über die Tatsache, dass auf erneute Nachfrage in der Januarsitzung des Kinder- und Jugendausschusses das Jugendamt bestätigte, dass es nach fast vier Monaten Kontakt mit dem Frauenzentrum Huckarde aufgenommen habe und, dass eine Übertragungen auf andere Stadtbezirke überprüft und übertragen werden solle. Das entsprechende Konzept liegt allerdings sieben Monate später immer noch nicht vor.


Liedschulte weiter:
„Es ist mittlerweile ein Paradoxon sondergleichen, dass die Verwaltung bei der Umsetzung von Projekten für Kindeswohlergehen scheinbar erstarrt ist. Und gerade dieses Notinsel-Projekt wäre vom Kostenaufwand sehr überschaubar. Lediglich mit den Einzelhändlern müssten Gespräche geführt werden – aber auch das scheint schon zu viel des Guten. Wir finden es sehr bedauerlich, dass selbst einfachste Vorschläge keine Umsetzung finden. Auch ist es mehr als beschämend, dass die Verwaltung derart nachlässig mit Kindeswohl in dieser Stadt umgeht. Wir werden das Thema in der nächsten Sitzung am 27.08. nochmals ansprechen.“


 


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