Rosemarie Liedschulte: “KIBIZ muss herhalten für unzureichende Personalführung bei FABIDO“


 60 Kinderpflegerinnen wurden
 nach einem Zukunfts-Workshop von
 FABIDO entlassen. Der Schuldige war
 schnell ausgemacht und hieß KIBIZ.
 Die CDU sieht dies allerdings ganz
 anders. Rosemarie Liedschulte,
 Vorsitzende des Betriebsausschusses FABIDO, sieht den „Schwarzen Peter“ bei FABIDO selbst und nicht beim KIBIZ.



„Mit dem Kinderbildungsgesetz (KIBIZ) sind neben den Fachkräften auch die Ergänzungskräfte wichtige Grundpfeiler für eine qualitativ gute Bildung, Erziehung und Betreuung.  Dementsprechend hat die Landesregierung auch der Berufsgruppe der Kinderpflegerinnen eine Planungssicherheit für die berufliche Perspektive gegeben. So ist ihr Einsatz nicht allein auf die Gruppenform III (3jährige bis zum Schuleintritt) beschränkt, auch in den Gruppenformen I (2jährige bis zum Schuleintritt) und II (unter 3 Jahren) können Kräfte mit dieser Ausbildung eingesetzt werden. Von daher ist die Argumentation von FABIDO hinfällig, dass Kinderpflegerinnen aufgrund ihrer mangelnden Ausbildung in der Gruppe für unter Dreijährige nicht mehr einsetzbar sind.


Liedschulte unterstreicht, dass mit dem Kinderbildungsgesetz eine grundlegende Neuausrichtung der frühen Förderung von Kindern im Elementarbereich angestrebt werden sollte. Um dies erreichen zu können, muss eine breite und vielfältige, dem örtlichen Bedarf entsprechende Angebotsstruktur geschaffen werden, die Planungssicherheit für alle Beteiligten ermöglicht. Dortmund bzw. FABIDO schaffe diese Planungssicherheit in keinster Art und Weise. Statt dessen würde das Personal derart verunsichert, dass sich auf ganzer Ebene Irritationen ausbreiten.


Liedschulte weiter:
„Schon in diesem Jahr wird das Land mehr als eine Milliarde Euro für Krippenplätze, Kindertageseinrichtungen, Familienzentren, Tagespflege und Sprachförderung ausgeben. Ganz genau werden es 1,023 Milliarden Euro sein – mehr als in jedem anderen Bundesland. Mit dem neuen Kinderbildungsgesetz wird den Kommunen also mehr Geld für die Betreuung und frühe Bildung der Kinder bereit gestellt, als je zuvor in der 60-jährigen Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen. Und das trotz rückläufiger Kinderzahlen! Mehr Geld für die Kinderbetreuung – das bedeutet auch, dass die Zahl der Erzieherinnen steigt. Kritiker und FABIDO behaupten zwar stets, dass es aufgrund von KIBIZ künftig weniger Personal in den Kindetageseinrichtungen geben werde. Eine erste Abfrage bei anderen Kommunen zeigt aber, dass das nicht stimmt. Berechnungen sagen, dass landesweit rund 7.400 Vollzeitarbeitsplätze für Erzieherinnen und Erzieher entstehen werden. Dortmund geht also mit den Kündigungen der Kinderpflegerinnen genau entgegengesetzt dem Strom. Und um nicht selbst als Buhmann dazustehen, holt man sich das KIBIZ als Schild vor die Brust. Darüber hinaus ist es mir völlig unverständlich, wie man zu einem Workshop einlädt und am Ende des Tages 60 Personen einen Job weniger haben. Entweder hat da der Workshop sein Ziel verfehlt, oder dieser ist auch nur zu einem Deckmantel für eine erbärmliche Personalführung geworden.“


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