Tagesordnungspunkt
Ausschreibungsverfahren Jugendschutzstelle/Notschlafstelle

Beschlussvorschlag

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

unter dem o.g. TOP bitten die Fraktionen von SPD, CDU und Bündnis90/Die Grünen um Beratung und Abstimmung des folgenden Antrags:

Die Ausschreibungen für die die zukünftigen Leistungen der Jugendschutzstelle sowie der
Notschlafstelle werden getrennt voneinander vorgenommen.

Begründung
Die Jugendschutzstelle des SkF Dortmund nimmt Kinder und Jugendliche im Alter von
zwölf Jahren bis zur Volljährigkeit im Auftrag des Jugendamtes in Obhut. Beziehungsprobleme
im Elternhaus, Vernachlässigung, Gewalt, Suchtprobleme, psychische oder pubertätsbedingte
Schwierigkeiten von Jugendlichen oder mangelnde Erziehungsfähigkeit der
Eltern können so belastend sein, dass eine kurzfristige Aufnahme in der Jugendschutzstelle
nötig wird. Die Jugendlichen können hier zur Ruhe kommen, haben verlässliche Ansprechpartner
und entwickeln gemeinsam mit sozialpädagogischen Fachkräften – in Kooperation
mit dem Jugendamt – individuelle Lösungsansätze.

Seit dem Jahr 2000 existiert ergänzend die Notschlafstelle Sleep-In des VSE e.V. als niedrigschwellige
Übernachtungsstelle für Mädchen und Jungen, die auf der Straße leben. Die
meisten von ihnen sind zwischen 14 und 18 Jahren alt, viele von ihnen haben ihre Familien
verlassen. Insgesamt hält das Sleep-In 10 Plätze und 2 Notschlafplätze vor. Es ist
über die Jahre zu einer unverzichtbaren Einrichtung für Jugendliche geworden, die ihren
Lebensmittelpunkt auf der Straße haben oder sich nur vorübergehend in einer akuten Krisensituation
von Familie oder einer anderen Einrichtung entfernt haben.

Die Verwaltung hat die Verträge mit dem VSE sowie mit dem SKF fristgemäß zum 31.12.
mit dem Ziel gekündigt, die Arbeit im Rahmen eines neuen Gesamtkonzepts zur Inobhutnahme
fortzuführen. Die bisherigen Gespräche und Überlegungen haben allerdings gezeigt,
dass eine Zusammenlegung der Einrichtungen und der Arbeitsfelder inhaltlich nicht
möglich ist. Die Notschlafstelle ist im Gegensatz zur Jugendschutzstelle ein bewusst niedrigschwelliges
Angebot, das einen anonymen Zugang ermöglicht, ohne dass dort die Jugendlichen
in Obhut genommen werden. Vor diesem Hintergrund sollte die Ausschreibungen
für die Fortführung der Arbeitsfelder getrennt voneinander vorgenommen werden.


Verantwortlich: