Weber: „Viele Fragen stellen sich uns“

Seit Monaten ist bei den Bürgerdiensten ein derart hohes Aufkommen, dass lange Wartezeiten und teilweise vorzeitige Schließungen an der Tagesordnung sind. In der kommenden Sitzung des Bürgerdienste-Ausschusses gibt es eine Vorlage der Verwaltung, die u.a. Maßnahmen darstellt, wie man eine Entspannung der Situation herbeiführen möchte. Für die CDU-Fraktion stellt sich allerdings eine ganz andere Frage – nämlich nach den Besuchsabsichten bei den Bürgerdiensten. Denn laut den Angaben der Vorlage, die der Bürgerdienste-Ausschuss in der kommenden Sitzung zur Kenntnis nimmt, haben im Januar und Februar diesen Jahres bereits rund 65.200 Bürger den EWO/KFZ-Bereich – sowohl im Dienstleistungszentrum Innenstadt, als auch in den Bezirksverwaltungsstellen – aufgesucht.

„Ein Besucheraufkommen von 65.200 Personen in zwei Monaten – also an ca. 40 Arbeitstagen – entspricht einem täglichen Aufkommen von gut 1.600 Personen. Gerechnet an der Gesamteinwohnerzahl Dortmunds sind das gut 11% der Bürgerinnen und Bürger, die alleine im Januar und Februar mit ihren Anliegen an das Dienstleistungszentrum in der Berswordthalle und an die Bezirksverwaltungsstellen heran getreten sind“, stellt Weber erstaunt fest. „Zumal die Zahlen in den Jahren 2014 und 2015 ähnlich hoch waren. Wenn sich dieses Besucheraufkommen in ähnlicher Art und Größe in den nächsten Monaten so fortsetzt, dann haben alleine in diesem Jahr mehr als die Hälfte der Bewohner Dortmunds Dienstleistungen der Stadtverwaltung in Anspruch genommen, wie auch schon in den letzten beiden Jahren. Da stellt sich mir doch die Frage, was genau für Dienstleistungen in Anspruch genommen werden. Wie oft meldet man denn schon ein Auto um bzw. an oder beantragt einen neuen Personalausweis/Reisepass? Die Verwaltung hat jetzt bereits schon kleinere Umstrukturierungen geplant. Anhand der in Anspruch genommenen Dienstleistungen lässt sich aber hoffentlich erkennen, wo vielleicht stark umgesteuert werden muss, um eine Entzerrung herbei zu führen.“

Auch, dass im Bereich des EWO/KFZ-Wesens ein hoher Krankenstand herrscht, ist für Weber nicht weiter verwunderlich. „Gemessen an dem großen Kunden- und damit verbundenen Arbeitsaufkommen erstaunt es nicht, dass die Mitarbeiter schnell an ihre Grenzen kommen“, schätzt Weber die Situation ein.

Und Weber weiter:

„Arbeiten unter ständigem Druck – und das in einem Großraumbüro mit einer erheblichen Geräuschkulisse – sorgt zwangsläufig dafür, dass Mitarbeiter erkranken. Gleichzeitig sorgt dieses Arbeitsklima auch nicht gerade dafür, dass sich Mitarbeiter der Stadtverwaltung berufen fühlen, sich auf eine ausgeschriebene Stelle bei den Bürgerdiensten zu bewerben. Ich hoffe sehr, dass der Personalbedarf von 10,5 Stellen schnell gedeckt werden kann, damit es zu einer Entspannung für Bürger und Personal kommt.“


Verantwortlich: