Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

aufgrund der veränderten Freizeitgewohnheiten bei Minderjährigen, wie:

– Nutzung und Einfluss der Sozialen Medien,

– mediale Freizeitgestaltung mit und am Handy,

– viele Teens mehr zu Hause verbleiben,

– vielfach informelle Treffpunkte an Zulauf gewinnen,

– Hauptamtliche Schulsozialarbeit an den Dortmunder Schulen leisten,

– Ausbau des OGS-Angebots,

– vermehrte Ganztagsschulen

– etc.

besteht Handlungsbedarf bei der Kinder- und Jugendförderung.

Es ist an der Zeit konzeptionell, als auch strukturell, das Feld der sog. Jugendfreizeitstätten (JFS) einmal grundsätzlich neu zu beleuchten.

Die vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen im Jugendamt sind zielgenau und mit einem hohen Wirkungsgrad einzusetzen, daher muss es das gemeinsame Ziel aller Akteure sein, dass möglichst viele Minderjährige im Bereich der Kinder- und Jugendförderung erreicht und auch bereichert werden.

Vor diesem Hintergrund bittet die CDU-Fraktion um schriftliche Beantwortung nachfolgender Fragen:

  1. Die Nutzerzahlen von Jugendfreizeitstätten (JFS) sind in Relation zur Jugendbevölkerung in den letzten Jahrzehnten viel geringer geworden. Welche Konsequenz ergibt sich daraus für das Jugendamt?
  2. Welchen eigenen Anspruch hat das Dortmunder Jugendamt mit dem Betreiben von JFS?
  3. Welche Besucher/Nutzer von JFS sind laut Jugendamt die Hauptzielgruppe (auf das Alter bezogen)?
  4. Im Bereich der Jugendlichen geht der Trend spürbar zum Aufsuchen von informellen Treffpunkten. Sind JFS dabei noch ein adäquates Mittel der Wahl, um genügend Teens bzw. Kinder zu erreichen?
  5. Ist es in Anbetracht des z.T. großen finanziellen Sanierungsstaus in einigen Einrichtungen auch denkbar, dass einige Standorte als Jugendfreizeitstätte aufgegeben werden, da die Auslastung durch Besuche von Kindern bzw. Jugendlichen geringer geworden sind?
  6. Für wie hoch schätzt die Verwaltung den Investitionsbedarf für die kommunalen JFS in den kommenden Jahren bis 2024 bzw. 2029 ein?
  7. Hält die Jugendamtsverwaltung eine flächenmäßige Vorhaltung von städtischen JFS weiterhin in der Gesamtstadt für nötig bzw. noch vertretbar?
  8. Für welchen (fußläufigen) Einzugsbereich sind in Dortmund JFS konzipiert/ausgelegt?
  9. Gegenwärtig existiert im Bereich Kindertagespflege/-tagesstätte ein großer Druck. Insgesamt ist das Platzangebot zu gering, aber auch Flächen, für den Bau von neuen Tageseinrichtungen lassen sich schwer finden.
    Ist eine Umwandlung bzw. Kombination an dem ein oder anderen schwach ausgelasteten Bereich einer JFS zugunsten einer Kita nicht zielführender und umsetzbar?
  10. Gibt es Ideen und Konzepte, wie man JFS-Gebäude auch vormittags stärker auslasten und bewirtschaften kann? Wäre eine Nutzung auch durch andere Ämter oder Institutionen oder Tagesmütter/-väter nicht dabei denkbar?
  11. Ein Großteil der JFS atmet immer noch den Charme der 1970er Jahre aus, auch wenn sich in der Programmarbeit punktuell ein Sprung in die Gegenwart widerspiegelt.
    Wie soll eine Dortmunder JFS der Gegenwart konzipiert sein – oder was ist das adäquate Mittel in der Kinder- und Jugendförderung der Gegenwart, um möglichst viele Kinder und Jugendliche zu erreichen?

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