Der vom Rat der Stadt Dortmund im Dezember des vergangenen Jahres beschlossene „Gleichstellungsplan 2019 – 2023“ sieht zur Förderung eines fairen Umgangs der Geschlechter die Erstellung eines „Leitfadens zur gendergerechten Sprache“ vor. Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Dortmund möchte das Thema „geschlechtergerechte Sprache“ nicht isoliert betrachten, sondern eingebettet wissen in eine Gesamtbetrachtung von Maßnahmen zur Förderung einer bürgerorientierten/bürgerfreundlichen, leicht verständlichen und zeitgemäßen Verwaltungssprache.

„Sprache ist die Quelle aller Missverständnisse heißt es schon beim „Kleinen Prinzen“ von Antoine de Saint-Exupéry. Unser Anliegen ist es, Verwaltungssprache als Quelle von Missverständnissen und Benachteiligungen zu entschärfen. Eine bürgerfreundliche Verwaltung muss sich einer einfachen, verständlichen und zeitgemäßen Sprache bedienen und so Akzeptanz für ihr Handeln schaffen“, erläutert der personalpolitische Sprecher Dr. Jendrik Suck das Begehren der CDU-Fraktion und erklärt: „Die CDU-Fraktion wird zur nächsten Sitzung des Ratsausschusses für Personal und Organisation einen Antrag zur bürgerorientierten/bürgerfreundlichen Verwaltungssprache bei der Stadt Dortmund einbringen. Wir werden darin fordern, die Verwaltung zu beauftragen, Maßnahmen zur Einführung einer bürgerorientierten Verwaltungssprache in städtischen Schriftstücken, Vorlagen und sonstigen städtischen Veröffentlichungen vorzunehmen und auf deren Umsetzung hinzuwirken. Maßnahmen zur geschlechtergerechten Sprache sollen in diesem Zusammenhang einbezogen, betrachtet und bewertet werden. Dem Ausschuss für Personal und Organisation soll jährlich über den Fortschritt berichtet werden.“

Ob die zu Jahresanfang für viel Diskussionsstoff sorgende „Empfehlung für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache“ der Stadt Hannover als Muster für die Dortmunder Stadtverwaltung gelten kann, soll sich nach dem Willen der CDU-Fraktion im Rahmen der Gesamtbetrachtung des Themas „Verwaltungssprache“ ergeben. In der Stadtverwaltung der niedersächsischen Landeshauptstadt sollen zukünftig in erster Linie geschlechtsumfassende Formulierungen (z.B. Studierende) verwendet werden und wenn eine geschlechtsumfassende Formulierung nicht möglich ist, der Genderstar gesetzt werden (z.B. Antragsteller*innen). „Mit der umfassenden Betrachtung des Themas ´Verwaltungssprache´ wollen wir vermeiden, dass das Behördendeutsch durch die Verfolgung eines einzelnen Zieles zusätzlich verkompliziert und von den Bürgern der Stadt nicht mehr akzeptiert wird. Verwaltungssprache muss für jedermann verständlich sein, darf nicht unnötig umständlich wirken, muss gut lesbar sein und sich deshalb an der Alltagssprache der Menschen ausrichten. Sprache unterliegt Entwicklung. Diese darf aber nicht künstlich erzwungen werden“, fordert Dr. Jendrik Suck mit viel Augenmaß und Sensibilität an das Thema „Verwaltungssprache“ heranzugehen.


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