Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

die CDU-Fraktion im Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit bittet um Aufnahme des o.g. Punktes zur Tagesordnung sowie um Beratung und Beschlussfassung.

1. Der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit beauftragt die Verwaltung mit der Erstellung eines Sozialverzeichnisses, das alle gemeinnützigen Hilfs- und Beratungsangebote, die auf Dortmunder Stadtgebiet von staatlichen, zivilgesellschaftlichen und/ oder religiösen Organisationen geleistet werden, erfasst.

2. Der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit bittet die Verwaltung, soweit möglich, nachfolgende Aspekte in dem Verzeichnis zu berücksichtigen:

  • Name der Organisation
  • Hauptsitz der Organisation
  • Gründung der Organisation bzw. Tätigkeitsbeginn in Dortmund
  • Anzahl der Mitglieder bzw. Mitarbeiter
  • Postanschrift, Telefonnummer, E-Mailadresse
  • Website, Social-Media-Auftritt(e)

3. Der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit beauftragt die Verwaltung, das Sozialverzeichnis nach Fertigstellung in regelmäßigen Abständen zu aktualisieren.

4. Der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit schlägt der Verwaltung eine Kategorisierung nach den primären Betätigungsfeldern der Organisationen vor (z.B. Familienhilfe, Obdachlosenhilfe, Gesundheitsberatung, Rechtsberatung, Bekämpfung von Rechtsextremismus, Frauenhilfe, etc.).

5. Der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit beauftragt die Verwaltung, das Sozialverzeichnis nach Fertigstellung der Öffentlichkeit digital (z.B. über die städtische Homepage) und gegebenenfalls in Druckform zugänglich zu machen.

6. Der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit bittet die Verwaltung zudem um Prüfung, inwieweit eine mehrsprachige Publikation des o.g. Sozialverzeichnisses sinnvoll erscheint bzw. praktisch umzusetzen ist.

Begründung

Vernetzung besitzt heute insbesondere im sozialen Bereich, an den Schnittstellen zwischen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, eine herausragende Bedeutung. Die Netzwerkforschung hat gezeigt, dass in einem (lokal begrenzten) Non-Profit-Sektor nicht primär der Ressourcenbestand ausschlaggebend für dessen allgemeine Leistungsfähigkeit ist, sondern vielmehr die Frage, ob zwischen den hier tätigen Organisationen ein Ressourcenaustausch – z.B. von Informationen, Wissen, Kontakten, usw. – stattfindet. Durch Netzwerkaufbau und Ressourcenaustausch untereinander vergrößern involvierte Organisationen ihre Handlungsspielräume, sodass durch das Pooling von Ressourcen eine klassische Win-Win-Situation entstehen kann. Auf der anderen Seite kann ein erschwerter oder fehlender Zugang von Menschen zu sozialen Dienstleistungen darauf hindeuten, dass zwischen den hier tätigen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen ein unzureichender Austausch stattfindet und ihre wechselseitigen Beziehungen wenig gesteuert sind. In Dortmund ist dies möglicherweise im Bereich des Krankenversicherungsschutzes der Fall (vgl. CDU-Anfrage vom 25.06.2019, Drs.-Nr.: 14680-19).

Die CDU-Fraktion ist überzeugt, dass die Stadt Dortmund mit der Erstellung des oben beschriebenen Sozialverzeichnisses einen wichtigen Beitrag zur besseren Vernetzung aller im sozial-gemeinnützigen Bereich tätigen Organisationen beitragen kann. Darüber hinaus fördert ein öffentlich einsehbares Register die Transparenz im – selbst für „Profis“ oft nur schwer überschaubaren – Non-Profit-Sektor und vereinfacht maßgeblich die Informationsbeschaffung für Bürgerinnen und Bürger. Hemmnisse beim Zugang zu sozialen Dienstleistungen werden auf diese Weise abgebaut. Zugleich kann die Entstehung von Doppelstrukturen reduziert oder gar verhindert werden. Kompetenzen und Ressourcen unterschiedlicher Akteure und Organisationen können durch potenzierte Möglichkeiten zur Vernetzung gebündelt werden. Interorganisationale Kommunikation und Kooperation wird zum Wohle der beratungs- und hilfsbedürftigen Menschen in Dortmund gefördert und der allgemeine Zugang zu sozialen Dienstleistungen entscheidend erleichtert.


Verantwortlich: