Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

die CDU-Fraktion im Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit bittet um Aufnahme des o.g. Punktes zur Tagesordnung sowie um Beratung und Beschlussfassung.

  1. Die Verwaltung wird gebeten, den Mitgliedern des Ausschusses für Soziales, Arbeit und Gesundheit das Pflegemodell „Buurtzorg“ vorzustellen.
  2. Die Verwaltung wird beauftragt, die grundsätzliche Umsetzbarkeit dieses Pflegekonzeptes in Dortmund zu prüfen und dem Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit die Ergebnisse zeitnah vorzustellen.

Begründung

Das 2007 in den Niederlanden entwickelte „Buurtzorg“-Pflegekonzept (dt. „Nachbarschaftshilfe“) hat sich in kurzer Zeit zu einem echten Erfolgsmodell entwickelt und ist inzwischen auch in einigen deutschen Städten (u.a. Leipzig, Münster, Emsdetten) angekommen. Das Buurtzorg-Modell basiert im Kern auf kleinen, autonom arbeitenden Teams von etwa 10-12 Pflegekräften, die bis zu 50 Patientinnen und Patienten betreuen. Das Besondere an dem Konzept ist, dass sich die Teams in jeglicher Hinsicht und vollkommen eigenständig organisieren. So führen sie etwa Kunden- und Bewerbungsgespräche, stellen neue Teamkolleginnen und -kollegen ein und organisieren die täglichen Arbeitsabläufe. Über ein zugeteiltes Jahresbudget finanziert jedes Team zudem die laufenden Kosten, Gehälter sowie Anschaffungen in Eigenregie. Das Buurtzorg-Modell ist mittlerweile in vielen europäischen Staaten sowie in Asien und den USA sehr erfolgreich angelaufen – insgesamt beschäftigt die Organisation heute mehr als 10.000 Mitarbeiter und über 920 Pflegeteams. In den Niederlanden wurde Buurtzorg zwischen 2011 und 2015 vier Mal zum „Besten Arbeitgeber“ des Jahres gewählt.

Die CDU-Fraktion im Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit ist stets offen für neue, innovative Konzepte, die die Härten des demografischen Wandels auf lokaler Ebene abfedern. Daneben bietet sich die Chance, die Qualität der Pflegedienstleistungen in Dortmund weiter zu steigern. Da es auch in der Verantwortung der Kommune liegt, die öffentliche Daseinsvorsorge zu verantworten und das „Vorhandensein einer ausreichenden Pflegeinfrastruktur“ (Pflegebericht 2016) zu gewährleisten, sollte das Buurtzorg-Modell als ein möglicher Lösungsansatz auf den mittelfristig zu erwartenden, stark ansteigenden Pflegebedarf (Stichwort: „Baby-Boomer“) geprüft werden.


Verantwortlich: