Die von der Stadt verkündete Nachricht, einen Notfallfonds für Dortmunder Sportvereine einzurichten, überrascht die sportpolitische Sprecherin der CDU, Ute Mais. Überrascht zum einen, da die zuständige Dezernentin Birgit Zörner noch vor kurzem in einem Radio-Interview von einer Kultur des „Miteinander-Redens“ sprach, was an dieser Stelle allerdings fehlte. Zum anderen aber auch, weil Verwaltung an Politik vorbei schon Versprechungen an Dritte macht, die durch die Politik noch gar nicht beschlossen wurden.

Dazu Ute Mais:

„Grundsätzlich ist jede Unterstützung der Dortmunder Sportvereine gut und richtig. Dennoch kann es meines Erachtens nicht sein, dass Verwaltung – gemeinsam mit dem StadtSportBund (SSB) – ein Rettungsprogramm für Sportvereine ausgearbeitet hat, ohne, dass Politik davon in Kenntnis gesetzt wurde. Wie viele Vereine haben sich denn an den SSB gewandt und um finanzielle Hilfen gebeten, da sie sonst vor dem Existenzaus stünden?  Und, wie viele Vereine befinden sich in einer finanziellen Schieflage bedingt durch die Corona-Krise? Diese Fragen sollten doch erst einmal – zusammen mit der Politik – geklärt werden, damit man dann einvernehmlich die nächsten Schritte zur Rettung und Stützung von Vereinen vornehmen kann.“

Mais befürwortet die von der Verwaltung und dem SSB geforderte ½-Stelle. Diese dürfe aber nicht ausschließlich für die Beratung im „Coronafall“ zu sehen sein.

„Wir sollten grundsätzlich beim SSB Jemanden installieren, um Vereine massiv zu entlasten und zu unterstützen (z.B. Steuern, Fördermittel einwerben, Bürokratische Vorgänge usw.). Diese Stelle sollte aber refinanziert oder durch die Vereine selbst bezahlt werden, da diese davon profitieren. Der Vorschlag der Verwaltung, vorzeitig Fördermittel auszuzahlen, wäre wünschenswert. Die Realität ist aber eine andere – denn da wurden in der Vergangenheit die Fördermittel oft mit Verspätung ausgezahlt. Darüber hinaus sind Zuschüsse für die vereinseigenen Anlagen seit Jahren nicht angepasst worden. Das Risiko für die engagierten Vereine wächst mit jeder Investition. A dieser Stelle könnte Engagement gewürdigt werden. Auch hier wäre ein zeitnahes Handeln wünschenswert. Auch ist der SSB noch damit beschäftigt, die Gelder aus dem Landesprogramm „Sportstätten 2022“ gerecht zu verteilen. Ist es da realistisch, dass der SSB jetzt die Gelder eines „Notfallfonds“ zusätzlich on top gerecht verteilen soll? Das Risiko für die engagierten Vereine wächst mit jeder Investition. Hier sehe ich großen Handlungsbedarf, um das Engagement finanziell würdigen. Und – Unterstützung für den Sport ist immer gut investiertes Geld. Das muss dann aber auch so organisiert sein, dass Gelder zeitnah und gerecht bei den Vereinen, die dringend Hilfe brauchen, ankommt. Darüber hinaus sei auch angemerkt, dass es ein Soforthilfeprogramm des Landes gibt, wo insgesamt 10 Mio. Euro dem Sport zur Abmilderung der Folgen der Corona-Pandemie bereitgestellt werden“, so Mais abschließend.


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