Im Lokalteil der gestrigen Ausgabe vom 09. September 2020 berichteten die RuhrNachrichten über ein Interview mit der in Dortmund lebenden Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Angelika Zegelin. Den im Artikel geäußerten, pauschalisierenden Vorwurf, dass sich in „der Politik“ niemand mit dem Thema Pflegebedürftigkeit beschäftige und Lösungen anstrebe, weist die Dortmunder CDU-Fraktion in einer Stellungnahme nun postwendend zurück – mit Verweis auf mehrere eigene Antragsinitiativen in jüngster Zeit.

„Die Unterstellung von Frau Prof. Dr. Zegelin, dass „die Politik“ in Dortmund die Sorgen und Nöte von pflegebedürftigen Menschen sowie pflegenden Angehörigen nicht thematisiere, ist schlichtweg falsch. Im Sozialausschuss hat unsere Fraktion allein im letzten Jahr zwei weitreichende Anträge zu genau diesem Thema gestellt. Zudem haben wir mit Anfragen auf den kommunalen Handlungsbedarf im Pflegebereich, insbesondere zur Versorgungssituation von jungen pflegebedürftigen Menschen unter 65 Jahren, aufmerksam gemacht. Das ist alles minutiös auf unserer Homepage dokumentiert. Man kann das mit wenig Zeitaufwand googlen“, so Justine Grollmann, sozialpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. Als ausgebildete Krankenschwester ist Grollmann selbst seit Jahrzehnten in leitender Position in der Pflege tätig und weiß daher genau „wo der Schuh drückt“.

So haben die Christdemokraten erst Ende 2019 das aus den Niederlanden stammende Pflegemodell „Buurtzorg“ im Sozialausschuss vorstellen lassen. Und schließlich beantragt, das innovative Pflegekonzept auch in Dortmund zu etablieren. „Buurtzorg zielt darauf ab, pflegebedürftige Menschen und pflegende Angehörige zu unterstützen und Betroffene durch Einbindung in ein engmaschiges Netz aus Familie, Freundeskreis, Bekannten und Nachbarschaft bestmöglich für den Alltag zu mobilisieren. Es ist ein modernes, flexibles Konzept, das Pflege neu denkt“, erklärt Grollmann. Daneben habe man – ebenfalls im vergangenen Jahr – die Bereitstellung eines „Dortmunder Sozialverzeichnisses“ als Open-Data-Plattform auf der städtischen Homepage angeregt. Seinerzeit hatte die Stadtverwaltung versichert, hier bis Anfang 2020 liefern zu wollen.

„Ein Ziel unserer Fraktion für die nächste Wahlperiode ist die Einführung einer speziellen „Pflege-App“. Über die App sollen in Zukunft Pflegedienstleister, lokale Unternehmen, ehrenamtliche Organisationen, städtische Einrichtungen und andere relevante Akteure in Dortmund miteinander vernetzt werden. Zugleich soll diese Plattform als umfassendes Informationsportal für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen dienen – die App ist also genau das, was Frau Prof. Dr. Zegelin im Zeitungsbericht als „Karte“ beschreibt. Auf der Homepage unserer Fraktion sowie in den sozialen Medien habe ich das bereits vor einigen Wochen in einem Kurzvideo zum Thema „Pflege in Dortmund“ angekündigt“, so Grollmann.

Abschließend verspricht die Christdemokratin, schon bald persönlichen Kontakt zu Frau Prof. Dr. Zegelin aufnehmen zu wollen, um weitere Gedanken im direkten Gespräch auszutauschen.


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